Runder Tisch des Umweltministeriums: GDV sieht Fortschritte bei Brandbekämpfung auf Wertstoffhöfen
Der GDV sieht Fortschritte bei der Prävention von Bränden auf Wertstoffhöfen. Nach Abschluss des Runden Tischs im Bundesumweltministerium gibt es eine Einigung unter den beteiligten Akteuren, notwendige Schritte für mehr Brandschutz und Ursachenbekämpfung zu gehen.
Feuerwehrleute löschen ein Feuer an einer Recyclinganlage in Wörth an der Isar (Niederbayern).
„Jeden Tag kommt es in Deutschland zu bis zu 30 Bränden in Wertstoffhöfen. Ursache sind vielfach falsch entsorgte Akkus und Batterien, häufig aus Einweg-E-Zigaretten. Jährlich entstehen geschätzte Schäden in dreistelliger Millionenhöhe. Daher gilt es nun auch konkrete Maßnahmen umzusetzen, um Schäden zu verringern”, sagt Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des GDV.
Einigung auf stärkere Präventionsmaßnahmen
Der Runde Tisch im Bundesumweltministerium war ein auf mehrere Monate angelegtes Projekt mit Vertretern aus Politik, Entsorgungsbetrieben, Versicherungswirtschaft und Feuerwehr um, den Austausch zu stärken und gemeinsame Schritte zu gehen, um durch Brände ausgelöste Schäden zu verringern. Das soll zum einen das Risiko für die Betreiber von Wertstoffhöhen senken, zum anderen auch die Versicherbarkeit erhalten.
Konkrete Grundlage für weitere Präventionsmaßnahmen ist nach Beschluss des Runden Tisches eine gemeinsam von GDV und den Verbänden der Entsorgungswirtschaft erarbeitete Richtlinie (VdS 2517), die bauliche und organisatorische Schutzmaßnahmen für Betriebe aufzeigt. Bisher wird sie noch nicht überall konsequent umgesetzt.
„Entscheidend ist, dass Schutzmaßnahmen auch wirklich zur Anwendung kommen, damit Brände möglichst gar nicht entstehen und im Fall der Fälle schneller entdeckt und gelöscht werden können. Und wir müssen an die Ursachen ran: Batterien und Akkus sollten gar nicht erst im Restmüll landen, hier steht auch die Politik in der Pflicht.”
Brandschutzfonds wird weiter geprüft
Diskutiert wurde auch die Einrichtung eines Brandschutzfonds. Auf ein gemeinsames Modell konnten sich die Beteiligten aber nicht einigen. Das Bundesumweltministerium will nun prüfen lassen, unter welchen Voraussetzungen ein öffentlich-rechtlicher Fonds möglich wäre. Dabei soll auch die Sichtweise der Versicherungswirtschaft einbezogen werden.
Weitere Schritte folgen 2027
Im zweiten Quartal 2027 ist eine VdS-Fachtagung Recycling in Köln vorgesehen. Im Mittelpunkt stehen Schadenverhütung und Risikomanagement sowie die praktische Umsetzung von Schutzkonzepten. Im dritten Quartal 2027 kommt der Runde Tisch dann erneut zusammenkommen. Dabei soll überprüft werden, wie die Maßnahmen umgesetzt wurden und welche Fortschritte erreicht worden sind.