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Einbruchdiebstahl in Deutschland: Definition, Statistik und Prävention (© Gettyimages / GoodLifeStudio)

Einbruchdiebstahl in Deutschland: Definition, Statistik und Prävention

Nach der Coronapandemie ist die Zahl der Einbrüche wieder gestiegen, genauso wie der Schadendurchschnitt. Alle Zahlen zu Einbrüchen sowie Präventionstipps finden Sie in dieser Übersicht.

08.07.2024

Definition: Was genau bedeutet Einbruchdiebstahl? Link kopieren

Einbruchdiebstahl ist nach den unverbindlichen Musterbedingungen des GDV in folgenden Fällen gegeben:

  • Unberechtigtes Eindringen in einen Raum eines Gebäudes

    Das liegt vor, wenn der Dieb in einen Raum eines Gebäudes einbricht, einsteigt, mit falschem Schlüssel oder mit Hilfe von bestimmten Werkzeugen eindringt.

  • Aufbrechen eines Behältnisses in einem Raum eines Gebäudes

    Das liegt vor, wenn der Dieb das in einem Raum befindliche Behältnis aufbricht. Das gilt auch, wenn er das Behältnis mit falschem Schlüssel oder mit Hilfe von anderen Werkzeugen öffnet.

  • Einschleichen oder Verborgen halten

    Das liegt vor, wenn der Dieb Sachen aus einem verschlossenen Raum eines Gebäudes entwendet, in das er sich zuvor eingeschlichen oder in dem er sich verborgen gehalten hatte.

  • Einschleichen oder Verborgen halten

    Das liegt vor, wenn der Dieb Sachen aus einem verschlossenen Raum eines Gebäudes entwendet, in das er sich zuvor eingeschlichen oder in dem er sich verborgen gehalten hatte.

  • Gewaltsame Sicherung des Diebesgutes

    Der Dieb wird in einem Raum eines Gebäudes auf frischer Tat angetroffen und wendet Gewalt an, um sich den Besitz gestohlener Sachen zu erhalten. Eine Androhung von Gewalt mit Gefahr für Leib oder Leben ist der Anwendung von Gewalt gleichzusetzen.

  • Unberechtigtes Eindringen mit richtigem Schlüssel

    Dies liegt in folgenden Fällen vor:

    • Der Dieb dringt in den Raum eines Gebäudes mit einem richtigen Schlüssel ein oder öffnet dort damit ein Behältnis. Den richtigen Schlüssel hat sich der Dieb vorher durch Einbruchdiebstahl oder Raub beschafft. Der Einbruchdiebstahl oder Raub dieses Schlüssels kann auch außerhalb des Versicherungsorts erfolgt sein.
       
    • Der Dieb dringt in einen Raum eines Gebäudes mit einem richtigen Schlüssel ein. Den richtigen Schlüssel hat sich der Dieb vorher durch Diebstahl beschafft. Dabei hat weder der Versicherungsnehmer noch der Gewahrsamsinhaber den Diebstahl des Schlüssels durch fahrlässiges Verhalten ermöglicht. Der Diebstahl dieses Schlüssels kann auch außerhalb des Versicherungsorts erfolgt sein.

Einbruchdiebstahl im StGB – Welche Strafe droht? Link kopieren

Laut Strafgesetzbuch (StGB §243) wird Einbruchdiebstahl in schweren Fällen mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren bestraft. Voraussetzung dafür ist, dass der Täter für den Diebstahl in ein Gebäude oder einen anderen umschlossenen Raum eingebrochen ist, sich mit einem falschen Schlüssel Zugang verschafft oder sich im Raum versteckt.

Statistik: Wie viele Einbruchdiebstähle gibt es in Deutschland? Link kopieren

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Die Zahl der versicherten Wohnungseinbrüche ist das zweite Jahr in Folge gestiegen. Insgesamt zählten die deutschen Versicherer 2023 rund 95.000 Wohnungseinbrüche, genauso viele wie 2019 vor der Corona-Pandemie. Der coronabedingte Rückgang der Einbruchzahlen hat sich somit nicht fortgesetzt. 2021 lag die Zahl der Einbrüche noch bei rund 70.000, im Jahr 2022 waren es dann schon rund 80.000.

Die Schadenhöhe aller versicherten Einbruchdiebstähle stieg von 2022 auf 2023 um 70 Millionen auf insgesamt 340 Millionen Euro. Der Schadendurchschnitt stieg von 3.350 Euro auf den Rekordwert von 3.500 Euro.

Von 2015 bis 2019 sind die Einbruchzahlen kontinuierlich gesunken, von 180.000 auf 95.000 versicherte Wohnungseinbrüche. Viele Haus- und Wohnungsbesitzer haben in dieser Zeit mit staatlicher Unterstützung in bessere Sicherheitstechnik investiert.

Versicherungsschutz: Hausratversicherung leistet Link kopieren

Die entstandenen Schäden nach einem Einbruchdiebstahl übernimmt die Hausratversicherung. Über die Hausratversicherung sind alle beweglichen Sachen eines Haushalts geschützt. Im Schadenfall ersetzt sie den Wiederbeschaffungspreis für die gestohlenen Gegenstände oder irreparables Inventar. Wurden Gegenstände in der Wohnung beschädigt, etwa durch Vandalismus, übernimmt die Hausratversicherung die Reparaturkosten. Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf das gesamte bewegliche Eigentum, das in der Wohnung und den dazugehörigen Nebenräumen untergebracht ist. Auch Gegenstände in Keller oder Garage sind mitversichert, wie zum Beispiel Rasenmäher oder Werkzeug.

Nach einem Einbruchdiebstahl müssen Betroffene Anzeige bei der Polizei erstatten. Anschließend bekommen sie von ihrer Hausratversicherung eine Stehlgutliste. Wer die Kaufbelege seiner Einrichtung aufbewahrt hat, ist beim Ausfüllen der Stehlgutliste im Vorteil. So kann der Schaden genau beziffert werden.

Wie sind gestohlenes Bargeld und Wertsachen versichert? Link kopieren

Gestohlenes Bargeld wird nach einem Einbruch von der Hausratversicherung ersetzt. Häufig gelten dafür jedoch Höchstgrenzen, die bei vielen Versicherern zwischen 1.000 bis 2.000 Euro liegen. Andere Möglichkeit: Im Versicherungsvertrag ist ein prozentualer Anteil der Versicherungssumme festgelegt - zum Beispiel ein Prozent. Versicherte bekommen also nur maximal den Betrag ersetzt, der durch die Entschädigungshöchstgrenze festgelegt wurde. Wird das Geld in einem Tresor verwahrt, der baulich mit dem Haus verbunden ist, liegen die Grenzen meist höher.

Auch Wertsachen sind über die Hausratversicherung versichert. Als Wertsachen gelten unter anderem Sparbücher, Schmucksachen, Münzen, Edelsteine, Gegenstände aus Gold oder Platin und Antiquitäten. Wie hoch die Entschädigungsgrenzen für Wertsachen sind, hängt vom Versicherer und dem gewählten Tarif ab. Derjenige, der teure Wertsachen zu Hause hat, kann diese auch versichern, indem er mit seinem Hausratversicherer eine ausreichend hohe Versicherungssumme vereinbart. Unabhängig davon sollten größere Summen Bargeld oder Karten mit höheren geladenen Geldbeträgen nicht zu Hause aufbewahrt werden.

Prävention und Schutz vor Einbruchdiebstahl: Mechanik vor Elektronik Link kopieren

Fast jeder zweite Einbruch scheitert, weil die Täter zu lange brauchen, um ins Haus kommen. Wer Einbrüche verhindern möchte, sollte zuerst an den Schwachstellen des Hauses ansetzen. Wirksamer Einbruchschutz ist zuallererst eine Frage der mechanischen Lösungen - nicht der elektronischen.

Der Großteil der Einbrecher steigt durch Eingangs- und Fenstertüren sowie normale Fenster ein – sowohl in Mehr- als auch in Einfamilienhäusern. Mechanische Sicherungen an Fenster und Türen stehen deshalb beim Thema Einbruchschutz an erster Stelle - noch vor Alarmanlagen oder Smart-Home-Lösungen. Beide Maßnahmen können eine sinnvolle Ergänzung des mechanischen Einbruchschutzes sein. Einbruchhemmende Haus- und Wohnungstüren sind jedoch die sinnvollste Investition in die Sicherheit. Oberstes Ziel ist es schließlich, die potenzielle Einbrecher möglichst abzuschrecken und aus dem eigenen Zuhause rauszuhalten.

Durch den Einbau geprüfter einbruchhemmender Fenster und Fenstertüren, die mindestens Widerstandsklasse RC 2 entsprechen, erhält man einen guten Einbruchschutz. Eine gute mechanische Lösung ist, die Fenster mit einem geprüften einbruchhemmenden Fensterbeschlag in Verbindung mit einem abschließbaren Fenstergriff auszurüsten. Die Sicherung mit einem abschließbaren Fenstergriff allein bietet häufig noch keinen ausreichenden Schutz.

Zertifizierte Alarmanlagen sind eine sinnvolle Ergänzung der Sicherungstechnik. Weitere Informationen rund um die Auswahl der richtigen Alarmanlage bietet die Initiative K-Einbruch. Ebenfalls eine sinnvolle Ergänzung für den Einbruchschutz ist es, wenn Hausbesitzer Außenbereiche beleuchten oder Bewegungsmelder installieren. Beides schreckt Einbrecher ab und bietet deshalb zusätzlichen Schutz.

Verhaltenstipps: Einbruchdiebstahl verhindern Link kopieren

  • Verschließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren, auch wenn Sie nur kurz weg sind. Die große Mehrheit der Wohnungseinbrüche finden zwischen 8 und 20 Uhr statt.
  • Gekippte Fenster sind für Einbrecher offene Fenster.
  • Wenn Sie Ihren Schlüssel verloren haben, wechseln Sie umgehend den Schließzylinder aus.
  • Schließen Sie Ihre Wohnungstür auch bei kurzer Abwesenheit doppelt ab.
  • Keine Schlüssel draußen deponieren - Einbrecher finden jedes Versteck.
  • Rollläden sollten nach Möglichkeit nicht tagsüber geschlossen werden. Das signalisiert den Einbrechern, dass sie abwesend sind.
  • Lassen Sie bei einer Tür mit Glasfüllung den Schlüssel nicht innen stecken.
  • Öffnen Sie auf Klingeln nicht bedenkenlos, sondern zeigen Sie gegenüber Fremden ein gesundes Misstrauen. Nutzen Sie Türspion und Sperrbügel.

Können auch Mieter ihre Wohnung mit Sicherungstechnik ausrüsten? Link kopieren

Ja, auch Mieter können handeln und in ihren Schutz vor Einbrüchen investieren. Sie können etwa ihre Wohnung mit besseren Schließzylindern oder Querriegelschlössern nachrüsten. Voraussetzung dafür ist allerdings das Einverständnis des Vermieters. Tipp: Vor möglichen Umbauten bzw. Nachrüstungen sollten sich Mieter unbedingt mit ihrem Vermieter in Verbindung setzen.

Was nützen Smart-Home-Lösungen beim Einbruchschutz? Link kopieren

Elektronische Einbruchsicherungen, die in ein Smart-Home-System integriert werden können, sorgen dafür, dass potentielle Täter abgeschreckt und Bewohner gewarnt werden und somit frühzeitig die Polizei verständigen können. Während die mechanischen Sicherungen die unerwünschten Besucher vom Einbrechen abhalten oder zumindest aufhalten, kann der Einbruchsversuch durch die elektronischen Maßnahmen überwacht und an die Polizei gemeldet werden.

Haus- bzw. Wohnungstüren und andere Eingänge sowie Fenster können mit einem Kontakt und einer angeschlossenen Alarmanlage gesichert werden. Der Kontakt sorgt dafür, dass eine Meldung beispielsweise auf ein Handy geschickt wird, sobald in Abwesenheit eine Tür oder ein Fenster geöffnet wird. Mit einer Kamera oder einem Bewegungsmelder kann das Zuhause zusätzlich überwacht und Einbrecher abgeschreckt werden.

Zudem schalten smarte Geräte elektrische Lampen, Fernseher oder Jalousien ein beziehungsweise aus und täuschen so Anwesenheit vor. Die Geräte lassen sich auf zufällige Zeitspannen programmieren oder sie sind selbstlernend und simulieren die typischen Gewohnheiten der Bewohner auch während deren Abwesenheit. Für die Täter ist so nicht ohne Weiteres zu erkennen, ob jemand zu Hause ist oder nicht - eine zusätzliche Sicherung.

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