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Konjunktur & Märkte

Herausforderungen der vergangenen zwei Jahre gut bewältigt 

Die GDV-Abteilung Economic Research hat eine neue Ausgabe ihrer Reihe Financial Stability Perspectives veröffentlicht. Darin untersuchen die Ökonomen unter anderem die Gefahr durch Cyberattacken.

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© Unsplash

Die Versicherungswirtschaft ist nach Einschätzung der EIOPA derzeit weniger stark durch Cyberangriffe bedroht als noch vor rund drei Monaten. Das zeigt das Risiko Dashboard der europäischen Versicherungsaufsicht. Diese hat bei den noch im November als hoch bewerteten Cyberrisiken eine Herabstufung vorgenommen, wie es in einer neuen Publikation der GDV-Abteilung Economic Research heißt.

Allerdings befürchtet die EIOPA, dass die Cyberrisiken aufgrund der angespannten geopolitischen Lage im Jahresverlauf wieder ansteigen könnten. Auch die anderen Aufsichtsbehörden haben systemische Cyberrisiken im Fokus. „Die weiter zunehmende Digitalisierung und eine verschärfte Bedrohungslage durch internationale Konflikte machen das Risiko schwerer Cyberangriffe auch für den Versicherungssektor sehr real“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. 

Vor dem Hintergrund erhöhter Risiken für die Stabilität des Finanzsystems setzt sich auch die Weiterentwicklung des makroprudenziellen Aufsichtsrahmens fort, wie die GDV-Ökonomen schreiben. Im Dezember 2023 wurde in der EU eine politische Einigung über die Reform von Solvency II erzielt, bei der die makroprudenzielle Aufsicht eine wichtige Rolle spielt. Auch im Hinblick auf die Integration von Klimarisiken in die Aufsicht des Finanzsystems waren in den letzten Monaten wichtige Fortschritte zu verzeichnen. 

Integration von Klimarisiken in den makroprudenziellen Aufsichtsrahmen wichtig

Die vorgestellten Rahmenwerke und Maßnahmen sollen einen umfassenden, systemweiten Ansatz gewährleisten und die Finanzstabilität in Zeiten zunehmender Klimarisiken sicherstellen. „Angesichts der hohen Bedeutung von klimabedingten Risiken für die mittel- und langfristige Stabilität des Finanzsystems ist es wichtig, dass es auf allen Ebenen umfangreiche Aktivitäten zur Integration von Klimarisiken in den makroprudenziellen Aufsichtsrahmen gibt“, sagt Asmussen. 

Der Auswertung zufolge bleibt die Inflation nach wie vor eine Belastung für den Sektor. Allerdings haben die Risiken aus signifikanten Zinsanstiegen gegenüber dem Vorjahr abgenommen. So hat zum Beispiel die EIOPA die makroökonomischen Risiken der Versicherer erstmals seit der Corona-Pandemie 2020 auf „mittleres Risiko“ zurückgestuft. Begründet wird dies vor allem mit der rückläufigen Inflation. 

Insgesamt geht die Versicherungswirtschaft stabil aus den vor allem durch Lieferengpässe, Angriffskrieg und Energiepreisschocks ausgelösten Krisen der vergangenen beiden Jahre hervor. Die nationalen und europäischen Aufsichtsbehörden bewerten die Situation derzeit als wieder etwas günstiger. Grund hierfür sei insbesondere der schrittweise Rückgang der Teuerungsrate, heißt es in der GDV-Publikation. „Unsere Analyse der Aktivitäten der Aufseher zeigt: Diese stellen vor allem die robuste Solvenzlage der Versicherer heraus, die weiterhin die Absorption möglicher Schocks, wie wir sie ja seit den letzten zwei Jahren auf Grund von Lieferkettenstörungen, Zinserhöhungen oder geopolitischen Ereignissen gesehen haben, ermöglicht“, sagt Asmussen. 

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