Risi­ko­merk­male

So wirkt sich das Alter auf den Kfz-Ver­si­che­rungs­bei­trag aus

Zu den bekanntesten Tarifierungsmerkmalen zählen die Typklasse des Fahrzeugs und der Wohnort des Halters, der die Zugehörigkeit zu einer Regionalklasse bestimmt. Hinzu kommen typische Merkmale wie die Jahres-Kilometerfahrleistung und die Zugehörigkeit zu einer Berufsgruppe. Das sogenannte subjektive Risiko wird ganz wesentlich durch die Fahrerfahrung geprägt, die sich in der Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) widerspiegelt. Zugleich wird das Alter der Fahrers berücksichtigt.

Wie ein Blick in die amtliche Unfallstatistik zeigt, sind jüngere und ältere Fahrer vergleichsweise häufig Hauptverursacher von Unfällen. Auch die auf ca. 100 Millionen Versicherungsverträgen basierenden Kraftfahrt-Statistiken des GDV bestätigen, dass  ältere Fahrer im Schnitt vergleichsweise mehr Schäden verursachen als Fahrer mittleren Alters – mit dem Alter steigt also die Schadenhäufigkeit.


Vor diesem Hintergrund gibt der GDV seinen Mitgliedsunternehmen unverbindlich bekannt, dass für Fahrer von 25 bis 67 Jahren mit einem Abschlag auf den durchschnittlichen Schadenbedarf zu rechnen ist – der Versicherungsbeitrag sinkt dank der Berücksichtigung des Alters. Die mit 24 Prozent größten Abschläge erhalten Fahrer von 27 bis 41, die Altersklasse von 63 bis 67 profitiert von Abschlägen in Höhe von 3 Prozent. Zuschläge auf den durchschnittlichen Versicherungsbeitrag ergeben sich aus der GDV-Statistik erst ab einem Alter von 68 Jahren.

Nicht nur das Alter ändert sich, sondern auch die Anzahl schadenfreier Jahre

Die individuelle Situation wird nicht allein vom Alter der Fahrer des versicherten Fahrzeuges bestimmt: Denn bleibt der Vertrag jahrelang unfallfrei, profitiert  der Versicherungsnehmer über den Schadenfreiheitsrabatt, der seinen individuellen Beitrag senkt. Versicherungskalkulatorische Zuschläge infolge der jeweiligen Altersklasse werden daher in der Regel durch einen hohen Schadenfreiheitsrabatt reduziert. Bei einem Vergleich von Versicherungstarifen für Fahrer verschiedenen Alters ist daher nicht nur das Alter, sondern auch die Zahl der schadenfreien Jahre zu beachten.

Ein Beispiel

Grundannahme: Ein Fahrer im Alter von 45 Jahren mit der Schadenfreiheitsklasse 15 zahlt einen fiktiven Versicherungsbeitrag von 252 Euro. Außer dem Alter des Fahrers und seiner Schadenfreiheitsklasse bleiben im Folgenden alle anderen Risikomerkmale (Typklasse, Regionalklasse etc.) unverändert.

Wäre der Autofahrer 75 Jahre alt – also 30 Jahre älter –, hätte aber noch die gleiche Schadenfreiheitsklasse 15, müsste er 456 Euro (+81%) zahlen. Weil sich mit dem Alter aber in aller Regel auch die Schadenfreiheitsklasse verbessert, entspricht diese Annahme nicht der Lebenswirklichkeit der meisten Autofahrer. Ist der Autofahrer also nicht nur 30 Jahre älter, sondern hat wegen unfallfreien Fahrens die Schadenfreiheitsklasse 35, so zahlt er nur 295 Euro (+17%).

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