Risi­ko­merk­male

So wirkt sich das Alter auf den Kfz-Ver­si­che­rungs­bei­trag aus

Der Beitrag für eine Kfz-Haftpflichtversicherung wird durch eine Reihe von Merkmalen bestimmt. Dazu gehören zum Beispiel die Typklasse, die Kilometerleistung und die Anzahl schadenfreier Jahre. Wer jahrelang unfallfrei gefahren ist, profitiert im Alter von hohen Schadenfreiheitsrabatten. Weil ältere Fahrer aber im Schnitt mehr Schäden verursachen, gibt es auch das Merkmal „Alter des Fahrers“, das den Versicherungsbeitrag für Fahrer mittleren Alters senkt und für ältere Fahrer anhebt.

Die Statistik des GDV zeigt, dass ältere Fahrer im Schnitt mehr Schäden verursachen als Fahrer mittleren Alters. Der GDV gibt seinen Mitgliedsunternehmen daher unverbindlich bekannt, dass für Fahrer von 25 bis 67 Jahren mit einem Abschlag auf den durchschnittlichen Schadenbedarf zu rechnen ist – der Versicherungsbeitrag sinkt also dank der Berücksichtigung des Alters. Die mit 22 Prozent größten Abschläge erhalten Fahrer von 27 bis 41, die Altersklasse von 63 bis 67 profitiert von Abschlägen in Höhe von 3 Prozent. Zuschläge auf den durchschnittlichen Versicherungsbeitrag ergeben sich aus der GDV-Statistik erst ab einem Alter von 68 Jahren. Die GDV-Bekanntgabe ist unverbindlich, der Beitrag Sache der einzelnen Unternehmen.

Nicht nur das Alter ändert sich, sondern auch die Anzahl schadenfreier Jahre

Die Höhe dieser Zu- und Abschläge für das Alter gilt für alle Autofahrer der jeweiligen Altersklasse gleichermaßen – egal, ob es sich um gute oder schlechte Autofahrer handelt. Wer jahrelang unfallfrei fährt, profitiert davon über den Schadenfreiheitsrabatt, der den Beitrag senkt. Zuschläge für das Alter werden daher in der Regel durch einen hohen Schadenfreiheitsrabatt gedämpft. Bei einem Vergleich von Versicherungstarifen für Fahrer verschiedenen Alters ist daher nicht nur das Alter, sondern auch die Zahl der schadenfreien Jahre zu beachten.

Ein Beispiel

Grundannahme: Ein Fahrer im Alter von 45 Jahren mit der Schadenfreiheitsklasse 15 zahle einen fiktiven Versicherungsbeitrag von 160 Euro. Außer dem Alter des Fahrers und seiner Schadenfreiheitsklasse bleiben im Folgenden alle anderen Risikomerkmale (Typklasse, Regionalklasse, etc.) unverändert.

Wäre der Autofahrer 75 Jahre alt – also 30 Jahre älter –, hätte aber noch die gleiche Schadenfreiheitsklasse 15, müsste er 287 Euro (+79%) zahlen. Weil sich mit dem Alter aber in aller Regel auch die Schadenfreiheitsklasse ändert, entspricht diese Annahme nicht der Lebenswirklichkeit der meisten Autofahrer. Ist der Autofahrer also nicht nur 30 Jahre älter, sondern hat wegen unfallfreien Fahrens auch die Schadenfreiheitsklasse 35 erreicht, zahlt er 173 Euro (+8%).

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