Schadenverhütung
Scha­den­ver­hü­tung

Kata­log der gegen Über­flu­tung wider­stands­fä­hi­gen Außen­wand-, Decken- und Fuß­bo­den-Kon­struk­tio­nen

Nachfolgend werden in der tabellarischen Ausführung Baukonstruktionen gegenüber gestellt, die in der Baupraxis eine breite Anwendung finden. Dabei wird mit dem Ausgangszustand die Bauart einschließlich des baukonstruktiven Aufbaus und der verwendeten Baustoffe bezeichnet, die als IST-Zustand vielfach vorzufinden ist und baukonstruktiv erfahrungsgemäß eine geringe Widerstandsfähigkeit gegen eine Überflutung aufweist.

Als Zielzustand wird demgemäß eine Bauart bezeichnet, die eine baukonstruktiv erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen eine Überflutung aufweisen. Die Bewertung einer baukonstruktiv erhöhten/hohen Widerstandsfähigkeit gegen eine Über­flutung bzw. einer baukonstruktiv reduzierten Anfälligkeit bei einer Überflutung basieren auf lang­jährigen Erfahrungen. Diese Erfahrungen sind im Zuge eines gemeinsamen wissen­schaft­lichen Vorhabens von HTW Dresden und GDV systematisch ausgewertet. Hieraus können nachfolgende Kriterien abgeleitet werden:

  1. Beständigkeit der eingesetzten Baustoffe im Hinblick auf ihre Festigkeitseigenschaften
  2. Form- und Volumenbeständigkeit (Dimensions-stabilität), d. h. Beurteilung z. B. der Quell- und Schwindverformung oder der Volumenexpansion bei Frost-Tau-Wechsel
  3. Wasseraufnahmeverhalten, d. h. Beurteilung der Intensität der Wasseraufnahme bei Über­flutung
  4. Wasserdurchlässigkeit, d.h. der Wassermenge pro Zeit- und Flächeneinheit, die bei außen­seitig überflutungsbeanspruchten Wandkonstruktionen durch die Schichten­folgen auf die Innenseite der Konstruktion gelangt
  5. Eignung zur natürlichen oder technischen Bautrocknung vor Ort (Trocknungs­ver­halten), d. h. Beurteilung der Trocknungsgeschwindigkeit
  6. Erreichbarkeit und Demontierbarkeit nach einem Überflutungsereignis, d. h. Beur­teilung der Anzahl der Füge- und Verbindungsstellen in einer Schichtenfolge sowie die Art der Verbindungsmittel
  7. Widerstandsfähigkeit gegenüber pilzlichem Schädlingsbefall, d. h. Beurteilung des Risikos eines Schädlingsbefalls infolge längerfristig erhöhter Feuchtebelastung im Bau­stoff nach einem Überflutungsereignis
  8. Schäden infolge Kontamination, d. h. Bewertung der Folgen, wenn das Flutwasser Heizöl, chemische oder biologische Schadstoffe transportiert und verbreitet.

Die Anwendung der o. g. Kriterien bei den typischen Baukonstruktionen für Außenwände, Decken und Fußböden führt letztendlich zur nachfolgenden Aufführung und katalogartigen Gegenüberstellung. Damit soll die Baupraxis dabei unterstützt werden, die baukonstruktive Sanierung nach einem Überflutungsschaden oder die baukonstruktive Auslegung über­flutungs­angepassten Planens und Bauens beim Neubau konkret zu unterstützen.



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