Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung

7 Fak­ten zur Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung

Eine Berufsunfähigkeit kann gravierende Auswirkungen nach sich ziehen - eine Änderung des gewohnten Lebensstandards oder gar eine Existenzbedrohung. Im Folgenden stellen wir 7 Fakten zur Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) vor.

Fakt 1: Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet zuverlässig

80 Prozent aller Anträge auf eine Berufsunfähigkeitsrente werden bewilligt. Das hat eine Umfrage des GDV unter seinen Mitgliedsunternehmen ergeben. Lehnen Versicherer einen Leistungsantrag ab, hat das vielfältige Ursachen. In den meisten Fällen kann die versicherte Person noch zu mindestens 50 Prozent ihrem zuletzt ausgeübten Beruf nachgehen. Im Jahr 2018 war dies in fast der Hälfte aller Ablehnungen der Grund. Weitere gut 13 Prozent der Antragsstellenden hatte im Laufe des Verfahrens nicht mehr auf die Ansprache des Versicherers reagiert – etwa weil es ihnen gesundheitlich wieder besser ging. Eine Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht war in 14 Prozent der Ablehnungen die Ursache. Das ist beispielsweise der Fall, wenn eine versicherte Person berufsunfähig wird, aber eine Vorerkrankung bei Abschluss des BU-Vertrages nicht angegeben hat. Ein häufiger Ablehnungsgrund war früher auch die abstrakte Verweisung. Dabei gilt die versicherte Person nur dann als berufsunfähig, wenn sie keinen anderen gleichwertigen Beruf mehr ausüben kann. Heute spielt die abstrakte Verweisung in den meisten Fällen keine Rolle mehr.  

Fakt 2: Gutachten sind die Ausnahme, aber nützen meist den Versicherten 

Versicherer prüfen die Anträge auf Berufsunfähigkeit beinahe ausschließlich anhand der vorhandenen Unterlagen. Wichtig sind hier vor allem ärztliche Atteste. In nur sechs Prozent der Fälle hatten die Unternehmen 2018 zusätzlich ein neutrales Gutachten für die Leistungsprüfung erstellen lassen. Vor allem bei komplexen Fällen kann eine fachärztliche Beurteilung erforderlich sein. Die gute Nachricht für Kunden: Mit 63 Prozent entscheidet der Versicherer nach einem Gutachten zumeist positiv für die Versicherten. Anschließend erfolgt die Auszahlung der vereinbarten Leistung.  

Fakt 3: Zwischen drei und vier Monate dauert das Beschaffen und Prüfen der BU-Unterlagen

Im Mittel lagen 2018 zwischen Antragsstellung und Entscheidung des Versicherers 106 Tage. Die meiste Zeit verstreicht durch das Einholen medizinischer Beurteilungen. Zudem brauchen auch die Antragstellenden Zeit, alle erforderlichen Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Liegen alle Unterlagen vor, benötigen die BU-Versicherer für die Entscheidung im Schnitt neun Tage. 

Fakt 4: Jeder Vierte wird berufsunfähig

Die Wahrscheinlichkeit, berufsunfähig zu werden, ist sehr hoch. Für privat abgesicherte Personen liegt sie im Schnitt bei 25 Prozent. Statistisch gesehen wird damit jeder Vierte im Laufe des Arbeitslebens mindestens einmal berufsunfähig. Das ergab eine Analyse von Daten zur Berufsunfähigkeitsversicherung der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) 2018. Wichtig: Das BU-Risiko ist unabhängig vom ausgeübten Beruf. Ein vermeintlich gefahrloser Bürojob schützt nicht vor Berufsunfähigkeit. Können Betroffene ihrer bisher ausgeübten Tätigkeit nicht mehr nachgehen, geraten sie möglicherweise schnell in finanzielle Nöte. Eine Versicherung bietet Schutz. Übrigens: Sind Erwerbstätige vor dem 2. Januar 1961 geboren, haben sie im Falle einer Berufsunfähigkeit noch Anspruch auf eine vergleichsweise umfassende gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Für später Geborene sind die Voraussetzungen der gesetzlichen Rentenversicherung weitaus schwieriger. Nur wer weniger als sechs Stunden am Tag einer Beschäftigung nachgehen kann, erhält eine gesetzliche Absicherung. Die volle Erwerbsminderungsrente bekommt nur, wer weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kann. Und die beträgt in der Regel weniger als ein Drittel des letzten Bruttogehalts. 

Fakt 5: Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit

29 Prozent aller Fälle von BU waren im Jahr 2019 auf psychische Leiden zurückzuführen. Hierzu zählt zum Beispiel Burn-out. Frauen (33 Prozent) sind dabei häufiger betroffen als Männer (26 Prozent). Anders sieht es bei Unfällen aus. Männer üben öfter Berufe aus, die mit schwerer körperlicher Beanspruchung verbunden sind. So passieren Unfälle (9 Prozent der Versicherungsfälle) bei ihnen mit 12 Prozent häufiger als bei Frauen (fünf Prozent). Erkrankungen am Bewegungsapparat, wie Rückenleiden, Arthrose oder auch Gelenkprobleme, machen 19 Prozent aller Fälle von Berufsunfähigkeit aus. Krebs war ebenfalls mit 19 Prozent Anlass für eine BU-Rente. Bei Frauen (23 Prozent) öfter als bei Männern (15 Prozent). 

Fakt 6: Den allermeisten Anträgen auf Abschluss einer BU-Versicherung wird stattgegeben

Zahlen aus 2018 verdeutlichen, dass BU-Versicherer die Mehrheit an Anträgen nach der Gesundheitsprüfung bewilligen. Und das meist ohne Zuschläge oder Leistungsausschlüsse. Nur in drei Prozent der Fälle wird ein Zuschlag auf die Prämie erhoben. Etwas häufiger, in zehn Prozent der Fälle, schließt der Versicherer bestimmte Leistungsfälle von der Leistungspflicht aus. Typisches Beispiel ist hier eine chronische Vorerkrankung. Alle anderen Berufsunfähigkeitsrisiken sind von der Versicherung selbstverständlich abgedeckt. Fünf Prozent der Anträge werden nicht weiter verfolgt, weil sich die Interessierten während des Verfahrens nicht zurückmelden. Lediglich vier Prozent aller Anträge auf Versicherungsschutz mussten die Unternehmen ablehnen. Häufigster Grund: Ein zu hohes oder nicht kalkulierbares Risiko.  

Fakt 7: Versicherte schließen Berufsunfähigkeitsversicherung im Schnitt mit 28 Jahren ab

Ein BU-Abschluss in jungen Jahren lohnt sich. Schüler, Azubis und Studierende leiden selten unter Vorerkrankungen, die ansonsten zu einem Prämienaufschlag oder gar Ausschluss führen. Durch die Einstufung in einen günstigen Tarif ist der Beitrag für junge Menschen niedriger. Zudem gibt es in der Regel keine neue Gesundheitsprüfung beim Eintritt in das Berufsleben oder bei einem Berufswechsel. Dies gilt auch, wenn die versicherte Rente bei bestimmten Anlässen erhöht wird, z. B. der Geburt eines Kindes oder dem Bau eines Hauses. Somit rentiert es sich, eine BU-Versicherung bereits während der Ausbildungszeit abzuschließen. Höhere Beiträge können so vermieden werden. Im Jahr 2019 haben neu Versicherte ihre Berufsunfähigkeitsversicherung im Schnitt mit 28 Jahren abgeschlossen. Die versicherte Gesamtrente umfasste rund 12.900 Euro bei Hauptversicherungen. Das ist ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. 2018 betrug die Berufsunfähigkeitsrente ungefähr 12.500 Euro. 


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