Bran­den­burg

206 Mil­lio­nen Euro Star­kre­gen-Scha­den in Bran­den­burg - Ober­ha­vel am häu­figs­ten betrof­fen

Extreme Regenfälle haben zwischen 2002 und 2017 mehr als 44.000 Schäden an Wohngebäuden in Brandenburg verursacht. Am häufigsten waren Bewohner im Kreis Oberhavel betroffen.

Dort hatten im Schnitt 181 von 1.000 Wohngebäuden einen Schaden durch besonders starke Regenfälle. Die Beseitigung der Folgen kostete betroffene Hausbesitzer durchschnittlich 8.800 Euro. Das sind Ergebnisse eines gemeinsamen Forschungsprojekts des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Insgesamt 866 Starkregenfälle verursachten in Brandenburg 206 Millionen Euro Schaden. Auch in Frankfurt/Oder (95/1.000 Betroffene) und in Dahme-Spreewald (76/1.000 Betroffene) sorgten die heftigen Niederschläge für viele vollgelaufene Keller, unterspülte Fundamente und durchnässte Wände.

Heftige kurze Niederschläge führen häufig zu Schäden

Auch wenn der Regen die Bewohner der Landkreise in den vergangenen 16 Jahren unterschiedlich heftig traf: „Unsere Untersuchung zeigt, dass jeder Ort in Deutschland quasi gleich stark von solch gefährlichen Regenmengen bedroht ist“, sagt Andreas Becker vom DWD. „Gegenden, die im Untersuchungszeitraum nur wenige Schäden durch Starkregen erlebten, haben bislang schlicht Glück gehabt.“

Im Gegensatz zum Dauerregen (über zwölf Stunden) gibt es bei den kurzen, heftigen Regengüssen (bis zu neun Stunden) eine eher gleichmäßige Verteilung über ganz Deutschland. Das gemeinsame vierjährige Forschungsprojekt, das erstmals Starkregen- und Schadendaten systematisch untersucht hat, zeigt: Gerade diese kurzen, heftigen Niederschläge verursachen besonders viele Schäden.

Landkreis

Betroffene
Gebäude von 1.000

Schadendurchschnitt

Starkregenereignisse

Oberhavel

180,8

8.805 €

45

Frankfurt (Oder)

95,4

3.958 €

10

Dahme-Spreewald

76,3

5.105 €

92

Cottbus

75,8

4.273 €

14

Teltow-Fläming

75,4

4.204 €

79

Nur ein Drittel der Hausbesitzer in Brandenburg versichert

Deutschlandweit sorgte Starkregen in 16 Jahren für 6,7 Milliarden Euro Schaden. Doch nur 43 Prozent der Hausbesitzer in Deutschland haben eine Elementarschadenversicherung und sind somit gegen die Folgen extremer Regenfälle geschützt. In Brandenburg sind es 34 Prozent. „So gut wie jedes Haus ist gegen Sturm und Hagel abgesichert, doch den Schutz gegen extreme Regenfälle haben viele Hausbesitzer bislang vernachlässigt“, sagt Oliver Hauner, GDV-Naturgefahrenexperte. Dabei können die heftigen Regenfälle Häuser bis zur Unbewohnbarkeit beschädigen. Der teuerste Einzelschaden an einem Einfamilienhaus in Brandenburg: 187.000 Euro.

Starkregensicherer Wohnraum

Vor diesem Hintergrund fordert der Baukonstruktionsforscher Thomas Naumann eine größere Unterstützung von Gebäudeeigentümern und kleineren Kommunen, um diese besser auf Starkregen vorbereiten zu können. „Starkregen kommt fast ohne Vorwarnzeit, deshalb müssen Kommunen und Gebäudebesitzer diese Ereignisse vordenken und vorplanen.“ Gerade kleine Kommunen hätten bislang kaum Ressourcen, sich ein genaues Bild über die Gefahrenpunkte bei Regenmassen zu machen, ihre Bürger gut zu informieren und dementsprechend besser vorzusorgen, sagt der Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden.


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