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Verbreitung

Wie verbreitet ist Versicherungsbetrug? Link kopieren

Rund zehn Prozent der Schadenmeldungen gelten nach Einschätzung von Betrugsabwehrexperten der GDV-Mitgliedsunternehmen als unplausibel und verdächtig. Die Kennzahl bezeichnet Prüffälle, bei denen beispielsweise Schadenbild und Schilderung nicht zusammenpassen, Angaben widersprüchlich sind oder Belege verändert erscheinen. Ist ein Fall dubios, bedeutet das nicht unbedingt, dass es sich um Versicherungsbetrug handelt, sondern, dass der Schaden Merkmale aufweist, die statistisch gesehen eher selten sind. 

Eine GDV-Sonderauswertung stützt die Größenordnung: Untersucht wurden mehr als 600.000 Schadenmeldungen aus drei Jahren, darunter knapp 200.000 gemeldete Einbrüche mit Schadenhöhen bis 50.000 Euro sowie mehr als 400.000 Kfz-Schäden aus der privaten Haftpflicht- und Tierhalterhaftpflichtversicherung. Etwa jeder zehnte untersuchte Schaden wies demnach Auffälligkeiten oder Ungereimtheiten auf.  

Mehr als sechs Milliarden Euro geschätzter Schaden

Der GDV geht von einem jährlichen Schaden durch Versicherungsbetrug in der Schaden- und Unfallversicherung von mehreren Milliarden Euro aus. „Wir schätzen den Schaden durch Versicherungsbetrug inzwischen auf mehr als sechs Milliarden Euro pro Jahr“, sagt Jörg Asmussen, GDV-Hauptgeschäftsführer. 

Zuvor hatte die Branche rund vier bis fünf Milliarden Euro angenommen. Der Verband begründet den Anstieg mit gestiegenen Kosten, weniger mit einem höheren Anteil auffälliger Meldungen. Der Anteil der Verdachtsfälle an allen Schadenmeldungen sei mit etwa zehn Prozent langfristig unverändert, betont Asmussen. „Mit den insgesamt steigenden Leistungen in der Schaden- und Unfallversicherung gehen aber auch die Kosten für Betrugsfälle nach oben.“ 

Etwa die Hälfte der dubiosen Schäden entfällt nach GDV-Angaben auf die Kraftfahrtversicherung; die andere Hälfte verteilt sich auf die übrigen Sparten der Schaden- und Unfallversicherung. Besonders häufig genannt werden außerdem private Haftpflicht- und Hausratversicherungen. 

Neue Risiken durch Künstliche Intelligenz

Generative KI senkt die technischen Hürden für Manipulationen. Bilder können verändert oder vollständig erzeugt, Rechnungen angepasst und plausible Schadenbeschreibungen automatisiert formuliert werden. Hinweise können unstimmige Lichtverhältnisse und Perspektiven, wechselnde Schriftarten, ungewöhnliche Datumsangaben oder Abweichungen zwischen Bild, Rechnung und geschildertem Ablauf geben. Ein einzelnes Merkmal beweist allerdings keinen Betrug.

Auch in der Vertrauensschadenversicherung melden Versicherer wachsende Risiken durch KI: Der GDV rechnete für 2025 Schäden von mehr als 200 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um 20 Prozent. Die Vertrauensschadenversicherung schützt Unternehmen unter anderem gegen kriminelle Handlungen von Außenstehenden oder eigenen Mitarbeitenden, sogenannten Vertrauenspersonen, etwa bei der KI-gestützten Betrugsmasche CEO-Fraud („Chef-Trick“).  

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