Vorbeugen statt löschen Link kopieren
Aus Sicht der europäischen Versicherungsbranche sollten EU-Mittel stärker in die Vorsorge gegen Extremwetter und Waldbrände fließen, anstatt nahezu vollständig in deren Bekämpfung. Der GDV unterstützt eine Stellungnahme des europäischen Versicherungsdachverbandes Insurance Europe, in der eine stärkere Ausrichtung der EU-Mittel auf Prävention und Vorsorge gefordert wird.
Angesichts der Waldbrände im Sommer 2026 organisieren die nationalen Versicherungsverbände das akute Krisenmanagement. So werden in Frankreich beispielsweise die Unterbringungskosten für Evakuierte gegen Nachweis für bis zu drei Wochen erstattet, unabhängig davon, ob die Wohnung beschädigt wurde – eine freiwillige Zusage über die Vertragspflichten hinaus.
Diskutiert wird innerhalb der europäischen Versicherungsbranche noch die richtige Ebene gemeinsamer Katastrophenvorsorge. Während die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (European Insurance and Occupational Pensions Authority; EIOPA) gemeinsam mit dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) auf ein europäisches Pooling mit öffentlichem Backstop drängt, hält Insurance Europe dagegen. Zwar lehnen die europäischen Verbände Pooling nicht grundsätzlich ab. Anstatt auf der europäischen Zentralisierung sollte eine EU-Initiative jedoch auf bestehenden nationalen Systemen basieren. „Jeder europäische Ansatz sollte auf dem aufbauen, was auf nationaler Ebene bereits funktioniert, die zugrunde liegenden Risiken verringern und bestehende Marktlösungen ergänzen, statt sie zu duplizieren“, sagt Nicolas Jeanmart von Insurance Europe. Das entspricht auch der Position des GDV.