Versicherer unterstützen Stärkung der Finanzbildung Link kopieren
Finanzbildung beginnt lange vor der Auswahl eines einzelnen Produkts. Sie umfasst grundlegende Fragen: Wie lassen sich finanzielle Risiken einschätzen? Warum ist Vorsorge wichtig? Welche Absicherung ist existenziell, welche optional? Und was bedeutet es, Entscheidungen nicht nur nach dem Preis, sondern auch nach langfristigen Auswirkungen zu treffen? Der GDV verknüpft das Thema deshalb eng mit Verantwortung, Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe. Versicherer sehen ihre Kundinnen und Kunden als mündige Bürgerinnen und Bürger, die ihre Entscheidungen selbstbestimmt und in eigener Verantwortung treffen. Das heißt konkret: Die Verbraucherinnen und Verbraucher sollen nicht in Richtung bestimmter Abschlüsse gedrängt werden. Finanzielle Bildung soll sie vielmehr befähigen, den eigenen Bedarf realistischer zu einzuschätzen. Gerade in einem Umfeld, in dem Altersvorsorge, Absicherung und Vermögensaufbau komplexer geworden sind, versteht die Versicherungsbranche Finanzkompetenz als Grundlage dafür, dass Menschen nicht nur informiert, sondern auch handlungsfähig sind.
Versicherer auch Partner für Risikomanagement und Orientierung
Versicherer beschäftigen sich professionell damit, Risiken zu analysieren, zu bewerten und abzusichern. Diese Risikoexpertise prägt auch den Zugang zur Finanzbildung. Wer Risiken besser versteht, kann tragfähigere Entscheidungen treffen – sei es bei der privaten Vorsorge oder bei der Absicherung gegen Einkommensausfälle. Auf diese Weise lässt sich auch Prävention gezielt stärken: Fehlentscheidungen können eher vermieden und Versorgungslücken frühzeitig erkannt werden. Versicherer sind insofern nicht nur Anbieter von Schutz, sondern auch Partner für Risikomanagement und Orientierung.
Vor diesem Hintergrund hält die Branche ein qualifizierteres finanzwirtschaftliches Basiswissen für dringend geboten. Bereits in seinem 2017 verabschiedeten hat sich der GDV für eine höhere Priorisierung von Wirtschafts- und Finanzthemen in den Schulen ausgesprochen. Die Schlüsselqualifikationen müssen noch intensiver vermittelt und die Menschen dazu befähigt werden, Bedarfe eigenständig und frühzeitig zu erkennen. Denn Eigeninitiative setzt das Wissen über die Notwendigkeit voraus, wie auch GDV-Präsident Dr. Norbert Rollinger betont:
Die Versicherungswirtschaft begrüßt, dass einige Bundesländer die finanzielle Verbraucherbildung in den Lehrplänen bereits stärker berücksichtigen. Wünschenswert wäre, wenn weitere Bundesländer diesem Beispiel folgen würden. Denn die Schule ist der entscheidende Touchpoint: Sie steht für Qualität, Neutralität und Relevanz. Und sie setzt zum richtigen Zeitpunkt an: vor dem Start ins Berufsleben, der idealerweise auch den Start in die Altersvorsorge markieren sollte und ab dem auch Fragen zur Absicherung verschiedener Lebensrisiken relevant werden.
Die Unterstützung der Finanzbildung bleibt nicht auf Bekenntnisse beschränkt. Die Versicherer begreifen die Stärkung der finanziellen Bildung in Deutschland auch als Bestandteil ihrer eigenen Verantwortung gegenüber den Verbraucherinnen und Verbrauchern und der Gesellschaft. Dazu gehört auch das Engagement des GDV im Bündnis für Ökonomische Bildung (BöB), mit dem die Branche an einem breiteren gesellschaftlichen Netzwerk mitwirkt. Zudem unterstützt der Verband Finanzbildungsinitiativen mit einem eigenen Preis. So wurde etwa die Bildungsinitiative Funny Money mit einem GDV-Finanzbildungspreis ausgezeichnet. In der Begründung wurde zugleich betont, dass bisher nur wenige Bundesländer ein eigenes Fach Wirtschaft im Unterricht verankert haben – und dass ergänzende Initiativen deshalb besonders wichtig seien. Darüber hinaus erstellen einige Versicherer selbst Bildungsangebote, mit denen sie Schulen und Lehrkräfte unterstützen.