Arbeitskreis VII: Mehr Verkehrssicherheit durch aussagekräftigere Unfalldaten Link kopieren
Amtliche Unfalldaten helfen, Unfallschwerpunkte, -muster und -trends bei Verkehrsunfällen zu erkennen und gezielt Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit zu ergreifen. Der Arbeitskreis diskutiert, ob und wie sich Unfallprävention durch detailliertere Daten erreichen lässt.
Die Unfallforschung der Versicherer im GDV plädiert dafür, innerhalb der großen Bandbreite der „Schwerverletzten“ in der bundesweiten Verkehrsunfallstatistik künftig die lebensbedrohlich Verletzten separat zu kennzeichnen. Heute reicht die Bandbreite „Schwerverletzter“ von fast Unverletzten, die für wenige Tage zur Beobachtung in der Klinik verbleiben, bis hin zu Pflegefällen als Folge erlittener Polytraumata und ähnlichem. Daher wird seit Jahren gefordert, „Schwerverletzte“ in zwei Kategorien zu unterteilen, die durch einen etablierten Verletzungsschwere-Kennwert, den sogenannten „Maximum Abbreviated Injury Scale“ (MAIS), definiert werden. Dieser beschreibt auf einer Skala von MAIS1 bis MAIS6 den Grad der Lebensbedrohung des gesamten Verletzungsbildes und muss durch klinisches Personal bestimmt werden. Schweregrade MAIS3 und höher („MAIS3+“) gelten dabei als potenziell lebensbedrohlich, sind aber auch mit einem erhöhten Risiko für Langzeitfolgen verbunden. Die erweiterte Differenzierung „Schwerverletzter“ – in solche mit und solche ohne lebensbedrohliche Verletzungen – würde bei der Beurteilung der Unfallfolgen für Verletzte auch die anatomische Verletzungsschwere berücksichtigen und helfen, weiße Flecken im Unfallgeschehen zu identifizieren sowie gezielte Präventionsarbeit zu betreiben. Das Verkehrssicherheitsprogramm der Bundesregierung sieht in der Erfassung lebensbedrohlich Verletzter (MAIS3+) eine wichtige Maßnahme auf dem Weg zur Vision Zero und die Europäische Kommission fordert von ihren Mitgliedsstaaten, deren Anzahl jährlich zu berichten.