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Schaden und Unfall

Das sind die neuen Regionalklassen in Mecklenburg-Vorpommern

Wo verursachen Autofahrer viele und teure Schäden, wo kracht es nur selten? Um das herauszufinden, berechnet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) jedes Jahr die Schadenbilanzen der rund 400 Zulassungsbezirke in Deutschland und teilt sie unverbindlich in Regionalklassen ein.

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© getty images / RicoK69

Für die Autofahrer in Mecklenburg-Vorpommern kommt es nach der heute veröffentlichten Regionalstatistik zu überwiegend günstigen Einstufungen in der Kfz-Versicherung. Für acht der zwölf Bezirke und rund 80 Prozent der Autofahrer gelten die niedrigsten Regionalklassen 1 und 2. Die beste Schadenbilanz erreichen Autofahrer in Ludwigslust-Parchim (Regionalklasse 1), in Wismar (Regionalklasse 5) ist die Schadenbilanz am schlechtesten.

Die Statistiker des GDV haben in diesem Jahr aber nicht nur die Schadenbilanzen der Bezirke berechnet, sondern auch die Regionalklassen neu sortiert. Sie sollen das Risiko jedes Bezirks gerecht abbilden, also Gleiches gleich und Ungleiches ungleich behandeln. Damit die Regionalklassen Bezirke mit möglichst ähnlichen Schadenbilanzen bündeln, werden die Klassengrenzen regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Dadurch ergeben sich im Gesamtergebnis für über 500.000 bzw. zwei Drittel aller Autofahrer im Mecklenburg-Vorpommern bessere Risikobewertungen in der Kfz-Haftpflichtversicherung, darunter in Greifswald, Ludwigslust-Parchim, Nordwestmecklenburg und im Landkreis Rostock. Schlechtere Risikobewertungen gelten hingegen nur für rund 100.000 Autofahrer in Wismar, Vorpommern-Rügen und Neubrandenburg.

Kaum Änderungen gibt es hingegen in den Kasko-Versicherungen: Für rund 150.000 Voll- oder Teilkaskoversicherte gilt künftig eine höhere, für rund 10.000 eine bessere Risikobewertung.

Neue Klassengrenzen

Die Einteilung der Regionalklassen basiert auf mathematisch-statistischen Verfahren und soll Regionen mit ähnlichen Schadenbilanzen zusammenfassen. Dadurch wird sichergestellt, dass die Risikogerechtigkeit innerhalb einer Regionalklasse gewahrt bleibt. Daher überprüfen die Statistiker des GDV regelmäßig die Klassengrenzen und passen sie bei Bedarf an. Weil zuletzt viele Bezirke mit unterschiedlichen Schadenbilanzen in die niedrigsten und höchsten Regionalklassen eingestuft waren, gelten künftig neue Klassengrenzen: Für die niedrigste Regionalklasse der Kfz-Haftpflichtversicherung muss die Schadenbilanz eines Bezirks jetzt fast 22 Prozent statt rund 15 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt liegen – dadurch erreichen nur noch 24 statt 55 Bezirke die niedrigste Regionalklasse. Am anderen Ende der Skala beginnt die höchste Einstufung nicht mehr ab 20 Prozent, sondern erst ab rund 30 Prozent über dem Schnitt – dadurch werden nicht mehr 19 Bezirke, sondern nur noch Offenbach und Berlin in die höchste Regionalklasse eingestuft. Bezirke mit einer durchschnittlichen Schadenbilanz haben in der Kfz-Haftpflichtversicherung weiterhin die Regionalklasse 6. „Die bundesweiten Veränderungen gleichen sich wie jedes Jahr unter dem Strich aus; daher fallen die Anstiege für 101 Bezirke mit rund 10,1 Millionen Autofahrern im Schnitt geringer aus als die Absenkungen für 67 Bezirke mit rund 5,5 Millionen Autofahrern, die im Schnitt höher ausfallen“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Für die restlichen 244 Bezirke mit 26,8 Millionen Kfz-Haftpflichtversicherten bleibt die Risikobewertung nahezu unverändert.