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EUDI Wallet

Vorsorge abschließen per EUDI-Wallet: Wie Versicherer den Antragsweg neu denken

Statt Ausweise zu kopieren und Formulare händisch auszufüllen, können Kundinnen und Kunden ihre Daten ab 2027 direkt aus der EUDI-Wallet teilen. Das beschleunigt unter anderem den Abschluss eines Vorsorgeprodukts.

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© Dara Nephrikana - unsplash

Wer heute eine private Vorsorge abschließen will, etwa eine Risikolebensversicherung, kennt den Ablauf: Ausweis kopieren, Geburtsurkunde heraussuchen, Einkommensnachweis scannen, Formulare ausfüllen, Unterschrift leisten. Bei Verträgen mit mehreren Beteiligten, etwa wenn Partnerin oder Partner mitversichert werden, wächst der Aufwand schnell. Versicherer arbeiten deshalb an einem Anwendungsfall, der genau an dieser Stelle ansetzt. Er ermöglicht den Abschluss eines Vorsorgeprodukts direkt über die EUDI-Wallet. Verfügbar sein soll die Funktion im Laufe des Jahres 2027.

Die Vorteile gegenüber dem klassischen Abschluss

Der Unterschied zum klassischen Abschluss liegt im Detail, wirkt sich aber auf den gesamten Prozess aus. Kundinnen und Kunden teilen ihre Identitäts- und Attributsnachweise direkt aus der Wallet mit dem Versicherer. Eine manuelle Eingabe von Namen, Adresse oder Geburtsdatum entfällt ebenso wie das einzelne Hochladen von Dokumenten.

Weil die Daten in der Wallet bereits eine Plausibilitätsprüfung durchlaufen haben, sinkt zugleich die Fehleranfällig­keit. Tippfehler bei der Übertragung von Papier in ein Onlineformular gehören der Vergangenheit an und die Angaben gelten als verlässlicher. Der Griff zum Dokumentenordner, ob physisch oder als Ablage auf dem Rechner, fällt damit weitgehend weg.

Einen praktischen Vorteil bringt das Verfahren auch für Verträge mit mehreren Beteiligten. Alle Personen können ihre Nachweise digital und zeitversetzt beisteuern, ohne sich am selben Ort aufhalten zu müssen. Wer verreist ist oder unterschiedliche Zeitpläne hat, muss den Abschluss nicht mehr auf einen gemeinsamen Termin verschieben.

Technische Grundlage und beteiligte Akteure

Technische Grundlage des Verfahrens ist das EUDI-Wallet-Ökosystem im Zusammenspiel mit den Systemen der Versicherer. Drei Akteure greifen dabei ineinander. Die Kundin oder der Kunde teilt die Nachweise, die Wallet-Infrastruktur hält sie hinterlegt bereit und die Antragssysteme der Versicherungsunternehmen nehmen sie entgegen und verarbeiten sie. Erst das Zusammenspiel dieser drei Ebenen macht den vereinfachten Abschluss möglich.

Kommunikation als entscheidender Faktor für den Erfolg

Die EUDI-Wallet steht ab dem 2. Januar 2027 für Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Ihre Funktionen werden dabei nicht auf einen Schlag freigeschaltet, sondern Stück für Stück ergänzt. Damit der Anwendungsfall in der Praxis ankommt, braucht es mehr als die technische Verfügbarkeit. Bürgerinnen und Bürger müssen die Wallet kennen, ihr vertrauen und bereit sein, ihre Daten darüber zur Verfügung zu stellen. 

Eine breit angelegte Kommunikations- und Sensibilisierungskampagne wird deshalb mindestens so entscheidend sein wie der technische Rollout selbst. Versicherer bereiten den Anwendungsfall für den Abschluss eines Vorsorgeprodukts bereits jetzt vor. Er soll verfügbar sein, sobald die dafür notwendigen Attribute freigeschaltet sind und die Wallet in der Bevölkerung ankommt.

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