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Digitalisierung

Versicherer stellen sich dem digitalen Wandel

Die Versicherungsunternehmen in Deutschland treiben ihre digitale Transformation aktiv voran. Getrieben von demografischem Wandel und rasanter technologischer Entwicklung gestalten sie den Umbruch bewusst.

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© GettyImages / vm

Die Versicherungsunternehmen in Deutschland nutzen die kommenden Jahre gezielt für ihre digitale Weiterentwicklung. Sie investieren in moderne IT, in Künstliche Intelligenz und in neue Kompetenzen. Hintergrund sind zwei Entwicklungen, die zusammenwirken: Der demografische Wandel verändert die Belegschaften, zugleich schreitet die technologische Erneuerung schnell voran. Die Branche stellt sich darauf ein und gestaltet diesen Wandel bewusst - je nach Unternehmen auch mit umfangreichen Umschulungsprogrammen, um den neuen Tätigkeitsprofilen gerecht zu werden.

Wissen sichern, Prozesse vereinfachen

Rund ein Viertel der Beschäftigten in der Versicherungswirtschaft gehört zur Generation der Babyboomer. In den nächsten fünf Jahren wird ein erheblicher Teil dieser erfahrenen Mitarbeitenden in den Ruhestand treten. Das Durchschnittsalter liegt bei gut 45 Jahren, sowohl in der IT als auch im Innendienst.

Für die Unternehmen ist dies Ansporn und Auftrag zugleich. Sie sichern Wissen frühzeitig, fördern den Austausch zwischen den Generationen und vereinfachen Abläufe. Ziel ist es, weniger von einzelnen Expertinnen und Experten abhängig zu sein und Prozesse klarer zu strukturieren. Standardisierte und digital unterstützte Abläufe entlasten das Personal von Routineaufgaben, sodass Qualität und Geschwindigkeit auch künftig auf hohem Niveau bleiben.

Mehr Zeit für individuelle Betreuung

Eine wichtige Rolle innerhalb der Transformation spielt die Künstliche Intelligenz. Sie verzeichnet im IT-Projektportfolio der Versicherer den größten Bedeutungszuwachs. KI-Anwendungen kommen beispielsweise in der Schadenbearbeitung, im Risikomanagement oder im Kundenservice zum Einsatz.

Hier geht es nicht um Technik um ihrer selbst willen. Vielmehr sollen Vorgänge schneller, transparenter und effizienter bearbeitet werden. Das verschafft den Mitarbeitenden mehr Zeit für Beratung und individuelle Betreuung. Auch am Arbeitsmarkt zeigt sich der Trend: Innerhalb eines Jahres stieg der Anteil von Stellenprofilen mit KI-Bezug von 5 auf 21 Prozent. Datenanalyse, maschinelles Lernen und die Arbeit mit generativer KI gehören zunehmend zu den Kernkompetenzen der Branche.

Know-How dauerhaft im Unternehmen sichern

Obwohl Prozesse stärker automatisiert werden, steigt der Bedarf an IT-Fachkräften. Zwischen 2022 und 2024 wuchs das IT-Personal um 11,5 Prozent. Die Unternehmen setzen verstärkt auf eigene Beschäftigte. Der Anteil externer IT-Kräfte ist bereits zurückgegangen. So bleibt wichtiges Know-how dauerhaft im Unternehmen und kann die Entwicklung, Steuerung und Weiterentwicklung digitaler Systeme nachhaltig vorantreiben.

Ein klarer Kurs für die kommenden Jahre

Die Versicherungswirtschaft befindet sich in einer Phase intensiver Weiterentwicklung. Der Generationenwechsel, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, die Modernisierung der IT und der Ausbau von Kompetenzen greifen ineinander. Mit klarer Strategie und erheblichen Investitionen gestalten die Versicherer diesen Wandel aktiv. So schaffen sie die Grundlage dafür, auch künftig leistungsfähig, innovativ und verlässlich für ihre Kundinnen und Kunden zu sein.

Mehr zu den Hintergründen findet sich in der aktuellen GDV-Publikation: