Schutz von Biodiversität und Vielfalt – weltweit und national ein wichtiges Thema Link kopieren
Im Dezember 2022 wurde in Montreal das Global Biodiversity Framework (GBF) beschlossen. Erstmalig ist es gelungen, sich nicht nur auf ambitionierte Ziele zu einigen, sondern auch auf Mechanismen für eine wirksame Zielerreichung, Kontrolle und eine angemessene Finanzierung. 30 % der weltweiten Land- und Meeresflächen wollen die über 190 Unterzeichnerstaaten bis 2030 unter Schutz zu stellen. Zusätzlich sollen 30 % der bereits geschädigten Flächen wiederhergestellt werden. Die Unterzeichner des GBF verpflichten sich zu höheren Investitionen in den Artenschutz und einer Halbierung der Risiken aus Pestiziden und Düngemitteln. Dafür sollen auch verstärkt private Investitionen zum Einsatz kommen (Target 19).
2012 wurde der Weltbiodiversitätsrat IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystems Services) mit Sitz in Bonn gegründet, um den über 190Mitgliedstaaten bei politischen Entscheidungsprozessen wissenschaftlich legitimierte und glaubwürdige Informationen über die Erhaltung und Nutzung von Biodiversität und Ökosystemen zu liefern.
Die Europäische Kommission hat 2020 als Teil des Green Deals eine neue Biodiversitätsstrategie 2030 beschlossen. Biodiversität ist auch ein Ziel der EU-Taxonomie, mit der festgelegt wird, welche unternehmerischen Aktivitäten nachhaltig sind und welche nicht. Die detaillierten technischen Screening Kriterien für das Umwelt-Ziel Biodiversität werden seit Januar 2024 angewendet .
In Deutschland sind die Ziele und Maßnahmen zum Schutz von Biodiversität in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt gebündelt (NBS 2030). In 21 Handlungsfeldern – vom Artenschutz über Schutzgebiete bis zu urbanen Landschaften – wird bis 2027 ein erstes Maßnahmenpaket umgesetzt. Anschließend wird Bilanz gezogen, welche Maßnahmen nötig sind, um die Ziele bis 2030 zu erreichen. Die erste Nationale Strategie aus dem Jahr 2007 hatte zahlreiche für das Jahr 2020 gesetzte Qualitäts- und Handlungsziele nicht oder nur unzureichend erreicht.