Prävention und Klimafolgenanpassung beim Umgang mit Naturgefahren in den Vordergrund rücken Link kopieren
Der fortschreitende Klimawandel und häufigere Wetterextreme führen zu immer höheren Schäden an privatem Eigentum, Infrastruktur und für die gesamte Volkswirtschaft. Um dieser negativen Entwicklung wirksam entgegenzutreten, sind umfassende Anpassungs- und Präventionsmaßnahmen unerlässlich. Versicherer übernehmen als Risikoträger im Bereich der Naturgefahren eine wichtige gesellschaftliche und wirtschaftliche Rolle: Sie tragen als Experten für den Umgang mit Risiken zur Schadenverhütung und
Schadenminimierung bei.
Dennoch kann finanzieller Schutz allein Investitionen in Prävention und Klimafolgenanpassung nicht ersetzen. Damit Schäden durch Überschwemmungen, Starkregen, Stürme und Hagel auch künftig versicherbar bleiben, müssen in der nächsten Wahlperiode die Weichen für effektive und nachhaltig wirksame Präventionsmaßnahmen gestellt werden.
Eine Pflichtversicherung, die lediglich die Zahl versicherter Schäden erhöht, ist nicht die richtige Lösung, wenn Schäden gleichzeitig häufiger und heftiger werden.
Versicherer berechnen bei ihren Prämien potentielle Schäden und die Wahrscheinlichkeit eines Schadeneintritts. Das bedeutet, dass jedes versicherte Haus entsprechend des jeweiligen Risikos in den Büchern der Versicherer steht und für den Schadenfall Mittel zur Verfügung stehen müssen. Nur wenn Schäden effektiv verringert werden, kann Versicherung auch in der Zukunft noch Schutz anbieten. Versicherer lehnen eine Pflichtversicherung deshalb ab.
Um langfristig eine privatwirtschaftliche Absicherung zu bezahlbaren Prämien zu gewährleisten, sind folgende Maßnahmen notwendig:
- Gesamtkonzept: Eine Kombination aus Absicherung gegen Schäden, Prävention, Sensibilisierung und Information sowie einer Beteiligung des Staates für einen Fall von katastrophalen Ausmaßen
- Anpassung des Baurechts: Bauen in Überschwemmungsgebieten sollte verboten werden.
- Klimaanpassung bei Neubauten und Renovierungen: Es sollte klimaangepasst gebaut werden, um Schäden von vornherein zu minimieren.
- Ausbau des Naturgefahrenportals: Das vom Deutschen Wetterdienst betriebene Portal sollte so ausgebaut werden, dass Hausbesitzer schnell und übersichtlich die Gefährdungslage sowie mögliche Schutzmaßnahmen einsehen können.
Diese Maßnahmen sind entscheidend, um Menschen und Eigentum vor Klimafolgen zu schützen und gleichzeitig die Versicherbarkeit von Naturgefahrenrisiken langfristig zu sichern.