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Politische Perspektive

Politik plant nationale Finanzbildungsstrategie Link kopieren

Die Bundesregierung hat 2023 eine neue Initiative gestartet, mit der sie die finanzielle Bildung in der breiten Bevölkerung verbessern will. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) geht es nicht nur darum, die Allgemeinbildung insgesamt zu verbessern. Sie sieht in der Stärkung des Finanzwissens auch „eine Frage der Chancengerechtigkeit“. So belegen Studien beispielsweise, dass Menschen mit geringem Bildungsstand auch weniger für ihr Alter vorsorgen als Menschen mit hohem Bildungsabschluss – obwohl sie eine ergänzende Vorsorge auch aufgrund ihrer schlechteren Einkommenssituation am dringendsten brauchen.

Das Kalkül der Politik ist aber noch ein anderes: So kann eine höhere Finanzkompetenz auch dazu führen, dass sich die Menschen stärken am Kapitalmarkt engagieren und beispielsweise mehr in Aktien investieren, sei es direkt oder indirekt. So steht den hiesigen Unternehmen mehr Kapital für Investitionen und ihr Wachstum zur Verfügung – was sich letztlich positiv auf den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt auswirken kann. Und wenn mehr Menschen die Chancen des Kapitalmarkts für sich nutzen, beugen sie damit auch der Altersarmut vor. Das nutzt dem Staat am Ende auch, weil er weniger Sozialausgaben hat. 

Die OECD hat für die Bundesregierung jüngst Vorschläge für eine nationale Finanzbildungsstrategie erarbeitet, die die Bundesregierung noch 2024 vorstellen will. Zu den Vorschlägen der OECD zählen zum Beispiel die Einrichtung einer nationalen, zentralen Koordinationsstelle oder Informationskampagnen, wie sie beispielsweise auch der GDV mit seiner Altersvorsorge-Initiative „Lebenslang gut leben“ durchführt. Ein ähnliches Ziel verfolgt die Bundesregierung mit der Plattform www.mitgeldundverstand.de, die ein Baustein ihrer Finanzbildungsstrategie ist. Dort können Interessierte zahlreiche Angebote zu Finanzthemen finden.

Welche Maßnahmen die Bundesregierung noch umsetzen will, bleibt abzuwarten. In einem wichtigen Punkt schränkt der Föderalismus ihren Handlungsspielraum ein. Bildung ist Ländersache. Eine stärkere Verankerung ökonomischer Lerninhalte in den Schulen müsste von den jeweiligen Landesregierungen angegangen werden.