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Daten-Perspektive

Naturgefahren: Forschungsprojekt der Versicherer Link kopieren

Versicherer müssen die Risiken, die sie versichern genau kennen. Zum besseren Verständnis von Naturgefahren hat der GDV verschiedene Studien durchgeführt oder beauftragt. Für ein gemeinsames Forschungsprojekt Starkregen lieferte der Deutsche Wetterdienst die Daten zu den Regenmengen in Deutschland. Der GDV identifizierte, auf welche Landschaftsformen der Regen fällt, wie sich das Wasser dort typischerweise verhält und welche Schäden Starkregen anrichtet. Das Ergebnis: Schäden entstehen vor allem durch kurze, heftige Starkregen, die an jedem Ort in Deutschland mit ähnlich hoher Wahrscheinlichkeit auftreten.

Wie hoch die Schäden durch Starkregen ausfallen, ist nicht nur von der Regenmenge, sondern auch von der Lages des Gebäudes abhängig. Denn: je tiefer ein Gebäude liegt, je länger das Wasser darin steht, desto höher ist der Schaden.  Aus den Ergebnissen hat der GDV u.a. drei Starkregengefährdungsklassen entwickelt und in das Geoinformationssystem „ZÜRS Geo“ intergiert.

Gemeinsam mit VdS Schadenverhütung hat der GDV eine Studie zur Versiegelung der 50 einwohnerstärksten Städte Deutschlands durchgeführt. Die zunehmende Bebauungsdichte spielt angesichts der zunehmenden Gefahr extremer Niederschläge eine immer wichtigere Rolle. Unter klar definierten Kriterien wurde für jede Stadt ein Versiegelungsgrad berechnet.

Die Kanalnetze in den Städten sind für extreme Niederschläge nicht ausgerichtet, deshalb kommt es bei Starkregen häufig zu Überflutungen. Aus den Studienergebnisse lassen sich unter anderem auch Forderungen an Städteplaner ableiten.

Es gibt Konzepte wie das der Schwammstadt, die Städtebau und Starkregenschutz miteinander in Einklang bringen. Dazu gehören etwa begrünte Dächer oder zusätzliche Rückhaltebecken, die das Wasser zwischenspeichern. Zudem können Spiel- oder Fußballplätze temporär als Überflutungsflächen dienen, wo das Regenwasser versickern kann.

Eine Untersuchung mit dem Deutschen Wetterdienst zur Entwicklung der Hitzetage in Deutschland ergab, dass sich die Zahl der Hitzetage über 30 Grad in den vergangenen Jahrzehnten verdreifacht hat. Pro Jahrzehnt kamen durchschnittlich 2,3 Hitzetage hinzu. Aufgrund der globalen Erderwärmung ist die Zahl heißer Tage besonders in den 1980er Jahren dramatisch gestiegen. Da die aufgeheizte Atmosphäre mehr Feuchtigkeit speichert, steigt zugleich die Gefahr von mehr und intensiveren Starkregen, Hochwassern und Sturzfluten. Nicht zuletzt verschlechtert zunehmende Dürre die Anbaubedingungen in der Landwirtschaft, wie ein Langfristvergleich im Auftrag des GDV zeigt.