Miteinander von Start-ups und etablierten Versicherern Link kopieren
Der Versicherungssektor ist offen für junge Start-ups. Sie bereichern den Markt mit ihren Ideen, treiben die etablierten Unternehmen zu neuen Innovationen und befeuern damit die Innovationskraft der gesamten Branche. Es ist eher ein Mit- denn ein Gegeneinander. Davon zeugen die vielen Kooperationen zwischen Insurtechs und traditionellen Häusern. Denn die meisten Gründer streben keine Volllizenz als Versicherer an, sondern zielen mit ihrem Business auf einzelne Teile der Wertschöpfungskette, etwa die Vermittlung von Policen, die Abwicklung von Schäden oder die IT-Unterstützung. Zum Vergleich: Die Zahl der aktiven Insurtechs liegt bei weit mehr als 100, im GDV sind aber “nur” 14 junge Unternehmen als Versicherer vertreten.
Für Innovationen braucht es ein gründerfreundliches Umfeld. Der Versicherungssektor unterstützt daher die Pläne der Bundesregierung, die Entwicklung junger, digitaler Unternehmen zu fördern und die Investitionsmöglichkeiten für private Kapitalgeber zu verbessern. Dies darf aber nicht dazu führen, dass beispielsweise Versicherer dazu verpflichtet werden, einen Mindestanteil ihres verwalteten Vermögens in Start-ups zu investieren. Dies widerspricht dem risikobasierten Ansatz bei der Kapitalanlage.
Ferner sollte auch für neue Unternehmen im Markt gelten: Gleiche Regeln für gleiche Risiken. Start-ups, die als Versicherer agieren, sollten keine regulatorischen Erleichterungen gewährt werden, der Schutz der Verbraucher muss gewahrt bleiben. Umgekehrt sollte ihre Entwicklung aber auch nicht durch zusätzliche Kapitalanforderungen erschwert werden.