Zur Suche
Umwelt-Perspektive II: Deutsche Bucht

Mehr Sicherheit für die Nordsee und das Wattenmeer Link kopieren

Im Süden der Deutschen Bucht verläuft eine der meistbefahrenen Schifffahrtsstraßen der Welt, dennoch ist das Gebiet aktuell nur unzureichend gegen Havarien geschützt. Obwohl ein manövrierunfähiges Schiff schnell an die Küste oder in einen Offshore-Windpark treiben kann, gibt es im gesamten Bereich aktuell nur einen einzigen Hochseeschlepper – der im Ernstfall das havarierte Schiff nicht immer schnell genug erreichen kann. Um einen besseren Schutz der Küste zu erreichen, plädieren die deutschen Transportversicherer für einen weiteren Hochseeschlepper, damit jeder gefährdete Ort in verhältnismäßig kurzer Zeit erreichbar ist.

Darüber hinaus sind auch für die schnelle Bergung auf Grund gelaufener Schiffe sind nicht ausreichend Spezialschiffe vorhanden. Ist ein Schiff – etwa aufgrund eines Maschinenschadens oder eines Fehlers bei der Navigation – auf Grund gelaufen, kann das auch die vergleichsweise dünne Stahlhülle beschädigen: Dann gelangen die Ladung und der Treibstoff – Schweröl und Diesel – in die Umwelt. Die giftigen Stoffe bedrohen insbesondere das Wattenmeer, das aufgrund seiner einzigartigen biologischen Vielfalt Weltnaturerbe ist. Um auf Grund gelaufene Schiffe schnell wieder flott machen zu können, müssen sie in vielen Fällen geleichtert, also an Ort und Stelle entladen werden. Auch hierfür fehlen sowohl in Deutschland als auch in den benachbarten Niederlanden die nötigen Spezialschiffe.

In der Deutschen Bucht kommt es immer wieder zu Havarien. Zuletzt war im Februar 2022 die „Mumbai Maersk“, ein 400 Meter langes Containerschiff des dänischen Reederei-Unternehmens Maersk, nur sechs Kilometer vor der Nordseeinsel Wangerooge auf Grund gelaufen.