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Mobilität

Zahl der Micro-Cars seit 2022 um fast 80 Prozent gestiegen

Micro-Cars fahren maximal 45 km/h und können insbesondere bei kurzen Wegen eine Alternative sein. Doch die Schadenhäufigkeit ist hoch und die Sicherheit gering. Der GDV fordert daher verbindliche Sicherheitsanforderungen, die sich stärker an den Standards für Pkw orientieren.

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© picture alliance / Caro / Bastian

Mini-Autos - sogenannte Micro-Cars oder Moped-Autos – werden auf deutschen Straßen immer beliebter. Nach den Statistiken der deutschen Kfz-Versicherer waren Ende 2025 rund 46.000 der auch als Moped-Autos bezeichneten Fahrzeuge haftpflichtversichert. Drei Jahre zuvor waren es noch knapp 26.000. Damit ist ihr Bestand seit 2022 um fast 80 Prozent gestiegen. Allein innerhalb des vergangenen Jahres kamen etwa 8000 Fahrzeuge hinzu. Micro-Cars werden bis zu 45 km/h schnell, dürfen bereits ab 15 Jahren mit Mopedführerschein gefahren werden, sind häufig elektrisch und lassen sich ähnlich wie Mofas unkompliziert mit Versicherungskennzeichen versichern.

„Micro-Cars können insbesondere für kurze Wege eine interessante Alternative zu größeren Autos sein“, sagt Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Mit ihrer wachsenden Verbreitung muss jedoch auch die Sicherheit der Insassen stärker in den Blick genommen werden.“

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Mini-Autos haben hohe Schadenhäufigkeit

Micro-Cars sind zwar deutlich langsamer als normale Autos, verursachen pro 1000 Fahrzeuge aber genauso viele Schäden. Im Jahr 2025 registrierten die Versicherer rund 2.300 Kfz-Haftpflichtschäden mit Micro-Cars. Das entspricht 50 Schäden je 1.000 versicherte Fahrzeuge. Damit liegt ihre Schadenhäufigkeit nach Auswertungen des GDV auf einem ähnlichen Niveau wie bei Pkw. 

Trotz ihrer niedrigeren Geschwindigkeit bieten Micro-Cars ihren Insassen jedoch deutlich weniger Schutz als herkömmliche Autos. Für die Fahrzeuge sind weder Airbags noch ein elektronisches Stabilitätsprogramm oder Fahrerassistenzsysteme wie automatische Notbremsassistenten vorgeschrieben.

„Die Fahrzeugstruktur eines Micro-Cars ist nicht mit der eines Kleinwagens vergleichbar“, sagt Kirstin Zeidler, Leiterin der Unfallforschung der Versicherer (UDV). „Bei einem Zusammenstoß sind die Insassen deshalb einem deutlich höheren Risiko schwerer oder tödlicher Verletzungen ausgesetzt als in einem Pkw.“

Versicherer fordern mehr Sicherheit für Micro-Cars

Aus Sicht der Versicherer erschwert insbesondere das europaweit vorgegebene Gewichtslimit von 425 Kilogramm den Einbau zusätzlicher Sicherheitstechnik. Der GDV fordert deshalb mehr Spielraum beim zulässigen Fahrzeuggewicht sowie verbindliche Sicherheitsanforderungen, die sich stärker an den Standards für Pkw orientieren.

„Micro-Cars dürfen für ihre Insassen nicht zur Sicherheitsfalle werden“, sagt Käfer-Rohrbach. „Das gilt insbesondere für jugendliche Fahrerinnen und Fahrer, die noch wenig Erfahrung im Straßenverkehr haben und diese Fahrzeuge als Alternative zum Elterntaxi oder zum Bus nutzen.“

Micro-Cars bleiben Ausnahme im Straßenbild 

Trotz ihres deutlichen Wachstums bleiben Micro-Cars bislang eine Nische im deutschen Straßenverkehr. Ihre steigende Verbreitung zeigt jedoch, dass die Anforderungen an ihren Insassenschutz jetzt weiterentwickelt werden müssen.

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