Winterliche Wetterlage verschärft sich: Versicherer rufen zu Vorsicht und Vorbereitung auf
Bis zu 20 Zentimeter Neuschnee, Sturmböen und Blitzeis: Die aktuelle Wetterlage verschärft sich in vielen Regionen Deutschlands. Wie sich etwa Hausbesitzer und Unternehmen vorbereiten können.
Der GDV warnt vor einer Zunahme von Unfällen und Sachschäden – und ruft zur Vorbereitung auf. Durch starken Wind und sehr kalte Temperaturen fällt außerdem überwiegend Pulverschnee, der leicht verweht werden kann. Bei erwarteten zehn Zentimetern Neuschnee können sich örtlich Schneeverwehungen von bis zu 50 bis 100 Zentimetern bilden. Diese Kombination kann innerhalb kurzer Zeit zu Unfällen sowie zu Schäden an Gebäuden und Betrieben führen. „Viele unterschätzen, wie schnell Schnee und Eis zur Gefahr für Menschen und Eigentum werden können. Gerade jetzt ist wichtig zu wissen, was die eigene Versicherung leistet“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.
Schneeräumpflicht und Haftung bei Personenschaden
Bei Schnee und Glätte gilt eine gesetzliche Räum- und Streupflicht. Diese liegt in der Verantwortung der Eigentümer, kann aber auf Mieter oder beauftragte Winterdienste übertragen werden. Kommt es zu einem Unfall, haften je nach Nutzung unterschiedliche Versicherungen: Bei selbstgenutztem Wohneigentum springt in vielen Fällen die private Haftpflichtversicherung ein, bei vermieteten Objekten die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht.
Schutz bei Sachschäden
Auch beim Versicherungsschutz für Sachschäden ist eine klare Abgrenzung wichtig. Schäden an Gebäudeteilen, dazu zählen auch fest installierte Wärmepumpen, sind über die Wohngebäudeversicherung abgedeckt, sofern die jeweilige Gefahr versichert ist. „Nicht jeder Schaden ist automatisch versichert. Schneedruck beispielsweise zählt zu den Elementarschäden und ist nur mit einer zusätzlichen Elementarschadenversicherung abgedeckt. Über 40 Prozent der Wohngebäude haben diese nicht“, warnt Asmussen.
Extreme Schneefälle können Dächer gefährden
Anhaltende und starke Schneefälle können die Tragfähigkeit von Dächern erheblich beeinträchtigen. Das hohe Gewicht der Schneemassen birgt die Gefahr von Dachschäden bis hin zu Einstürzen oder dem Abgang von Dachlawinen.
Um solchen Risiken vorzubeugen, empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) verschiedene Vorsorgemaßnahmen. Insbesondere bei älteren Gebäuden ist zu prüfen, ob die Dachkonstruktion für mögliche hohe Schneelasten ausgelegt ist. Beachtet werden muss dabei: Entscheidend für die Belastung ist das Gewicht des Schnees – nicht allein dessen Höhe.
Tipps für Hausbesitzer
- Regelmäßig Schnee räumen: Entfernen Sie Schnee von Dachflächen, bevor sich große Mengen ansammeln. Achten Sie dabei auf Ihre eigene Sicherheit und nutzen Sie geeignete Werkzeuge.
- Gefahrenbereiche sichern: Sperren Sie Bereiche unter Dachkanten, um Personen vor herabfallenden Schneemassen oder Eisbrocken zu schützen.
- Dachentwässerung prüfen: Halten Sie Dachrinnen und Fallrohre frei, damit Schmelzwasser ungehindert abfließen kann.
- Fachleute hinzuziehen: Bei Unsicherheit oder großen Schneelasten wenden Sie sich an einen Statiker oder Dachdecker.
Vorsorge wird immer wichtiger
Der GDV weist darauf hin, dass Elementarschäden durch Extremwetterereignisse langfristig weiter steigen werden. Dazu zählen neben Starkregen, Überschwemmungen, Sturm und Hagel auch winterliche Risiken wie Schnee, Eis und Frost. Vor diesem Hintergrund wird Vorsorge immer wichtiger: Regelmäßige Kontrollen an Gebäuden, etwa an Flachdächern, Dachrinnen, Wasserleitungen und Regenabläufen. Das frühzeitige Entfernen größerer Schneemengen sowie das Sichern von Wegen gegen Glätte helfen, Schäden zu vermeiden.