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Finance Talk: Was kostet die Bürokratie die Versicherer? Link kopieren

Rund 12,4 Millionen Euro muss eine Versicherungsgruppe aufwenden, um ein einziges neues Regelwerk umzusetzen, die IRRD. Dazu kommen jährlich etwa 1,2 Millionen Euro für den laufenden Betrieb. Im GDV Finance Talk spricht Götz Treber, Leiter des Kompetenzzentrums Unternehmenssteuerung und Regulierung beim GDV, mit Prof. Dr. Martin Eling, Direktor des Instituts für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen, darüber, wie stark Regulierung die Branche belastet und wo Entlastung möglich wäre.

Die Befunde sind deutlich. Laut Monatsbericht der Bundesbank vom Juli 2026 sehen 78 Prozent der Unternehmen im Finanz- und Versicherungssektor Regulierung als zentrales Problem. Das ist mehr als in jeder anderen Branche. Drei Viertel der Befragten sagen, dass Regulierung ihre Innovationskraft hemmt. Das eigentliche Problem ist dabei weniger die Menge der Vorgaben als ihre Detailtiefe und die Häufigkeit, mit der sie sich ändern. Kleine Versicherer tragen, gemessen an ihren Prämien, rund fünfmal so hohe Regulierungskosten wie große, weil viele Anforderungen Fixkosten verursachen. Das Proportionalitätsprinzip greift also in der Praxis kaum.

Einen möglichen Weg zeigt die Schweiz: Ihre Aufsicht arbeitet stärker prinzipienorientiert. Sie ist nicht weniger streng, konzentriert sich aber auf Modelle, Annahmen und Stresstests statt auf Formulare. Für einen möglichen Financial Services Omnibus der EU schlägt Eling vor, die fünf größten Regelwerke gemeinsam auf Überschneidungen zu prüfen und sie konsistent zu machen.

Der Talk bietet einen fundierten Blick auf die Kosten der Regulierung und zeigt konkrete Ansätze, wie sich Bürokratie abbauen lässt, ohne das Schutzniveau zu senken.

Alle Einblicke von Prof. Dr. Martin Eling und Götz Treber gibt es im vollständigen Video des GDV Finance Talks.

Eine Zusammenfassung des Forschungsstands zu dem Thema finden Sie in der neuen Ausgabe des GDV Economics and Finance Flashs.

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