Beitrag der Versicherer zur Energiewende Link kopieren
Die Energiewende hat das Geschäft der technischen Versicherer verändert: Rund ein Sechstel ihrer Prämien erzielen sie heute mit erneuerbaren Energien – Tendenz steigend. Für Versicherer wird das Geschäft mit den erneuerbaren Energien immer wichtiger. Seit über zwei Jahrzehnten decken sie Risiken, dass Solarpanels abbrennen, Windräder umstürzen oder Tanks von Biogasanlagen auslaufen. Gleichzeitig sind Versicherer als Investoren aktiv und haben bereits mehr als 1.600 Projekte aus dem Bereich der Wind- oder Solarenergie realisiert. Mit Kapitalanlagen von rund 1,9 Billionen Euro gehören sie zu den größten Investoren in Deutschland – in erneuerbare Energien fließt davon bislang allerdings nur rund ein Prozent, etwa 23 Milliarden Euro (Zahlen Stand 2025). Der GDV fordert deshalb bessere Investitionsbedingungen, um privates Kapital gezielt für die Energiewende zu mobilisieren.
Den Startschuss zur Energiewende hat im Jahr 2000 die rot-grüne Bundesregierung mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gegeben. Seitdem fördert der Staat die Produktion von Strom aus regenerativen Quellen wie Sonne, Wind und Biomasse. Damit veränderte sich nicht nur die Energieerzeugung von Grund auf. Es entstand auch ein gänzlich neuer Markt für die technischen Versicherungen, die Sachschäden insbesondere technischer Art wie zum Beispiel an Großkraftwerken oder Fotovoltaikanlagen absichern. Auf einmal hatten es die Versicherer nicht mehr nur mit zentralen Großkraftwerken zu tun, sondern zusätzlich mit Millionen kleinerer Anlagen, bis hin zu Solarpaneelen auf Einfamilienhäusern. Die installierte Fotovoltaikleistung ist inzwischen auf rund 117 Gigawatt gestiegen (Stand 2025) und soll bis 2030 auf 215 Gigawatt anwachsen. Und der deutsche Fotovoltaikmarkt ist zurzeit noch nicht gesättigt. Für erhöhte Nachfrage sorgt auch das Gebäudeenergiegesetz (GEG), das Bauherren vorschreibt, bei Neubauten mindestens eine erneuerbare Energie zu nutzen, zum Beispiel in Form einer Solardachanlage.
Bei der Windkraft hat der Ausbau zuletzt wieder deutlich angezogen: 2025 wurden an Land rund 4,6 Gigawatt neu installiert – fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Dennoch bleibt der Ausbau hinter den Zielen zurück, gebremst vor allem durch klagende Anwohner/-innen, langwierige Genehmigungsverfahren und den Flächenmangel für neue Windparks. Um dem entgegenzuwirken, verpflichtet das Windflächenbedarfsgesetz die Bundesländer, zwei Prozent ihrer Fläche für Windenergie auszuweisen. Ob Windenergie damit für Investoren dauerhaft interessanter wird und sich neue Geschäftsmöglichkeiten für Versicherer ergeben, bleibt abzuwarten.
Wasserstoff gilt hingegen als Hoffnungsträger für die Energiewende, weil er als Speicher für Strom aus erneuerbaren Energiequellen dienen kann. Auch Batteriespeicher gewinnen rasant an Bedeutung. Und bei der Elektromobilität wächst die Nachfrage, etwa bei der Versicherung von Ladestationen.