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Was es für den Erfolg der EUDI-Wallet braucht Link kopieren

Die EUDI-Wallet kommt und mit ihr neue Möglichkeiten für die Versicherungswirtschaft. Was Versicherer von der Politik fordern, damit die digitale Brieftasche in der breiten Masse Anwendung findet:

  • Die Wallet muss im Alltag klaren Mehrwert bieten

    Menschen akzeptieren die EUDI-Wallet nur, wenn sie frühzeitig einen konkreten Nutzen im Alltag spüren. Dafür braucht es Kooperationen mit reichweitenstarken Akteuren, etwa Banken und Sparkassen, Telekommunikationsunternehmen, der öffentlichen Verwaltung sowie Notfall- und Bürgerdiensten.

    Diese Akzeptanz lässt sich nur erreichen, wenn Anforderungen an die in der Wallet hinterlegten Nachweise im engen Dialog mit den sogenannten Relying Parties entwickelt werden, den Stellen, die diese Nachweise später prüfen und akzeptieren. Ein gemeinsames Austauschforum mit reichweitenstarken Branchen und Behörden könnte hier helfen: Unternehmen sollten dort sowohl als prüfende Relying Party als auch als Issuer, also Aussteller von Nachweisen, gemeinsam massentaugliche Anwendungsfälle erarbeiten.

    Zudem sollte eine Offline-Nutzung geprüft werden. Das würde die Ausfallsicherheit erhöhen, was auch für die Versicherungswirtschaft relevant wird, etwa beim Einsatz der Wallet in Agenturen im ländlichen Raum.

  • Klare Fahrpläne und internationale Kompatibilität schaffen

    Für Unternehmen besteht derzeit Unsicherheit, ob die Wallet-Infrastruktur auch international nutzbar sein wird. Offene Fragen gibt es vor allem zur Interoperabilität mit ausländischen Identitätsnachweisen, die teils andere Personendaten enthalten als deutsche. Deshalb sollten Tests mit ausländischen Nachweisen standardmäßig und von Beginn an in der Sandbox möglich sein, der Testumgebung, in der Unternehmen die Wallet-Anbindung ausprobieren können.

    Unternehmen wünschen sich zudem mehr Transparenz über die technische und zeitliche Roadmap: Welche behördlichen oder privaten Nachweise werden wann bereitgestellt? Wann steht ein eindeutiges Personenmerkmal zur Verfügung, das verhindert, dass eine Person versehentlich mit zwei unterschiedlichen digitalen Identitäten geführt wird? Und wann wird die qualifizierte elektronische Signatur verfügbar sein, die für rechtsverbindliche Unterschriften nötig ist?

    Verbindliche Zeitpläne und transparente Priorisierungen würden der Wirtschaft die nötige Planungssicherheit für Investitionsentscheidungen geben.

  • EUDI-Wallet muss einfach zu bedienen sein

    Aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger muss die EUDI-Wallet eine vergleichbare Einfachheit erreichen wie bereits etablierte digitale Lösungen. Komplexe Prozesse, häufige Aktualisierungspflichten oder schwer verständliche Abläufe gefährden die Akzeptanz in der Breite.

    Das Beispiel der Energiepreispauschale zeigt, dass zeitlich begrenzte Verpflichtungen oder konkrete Anreizsysteme die Marktdurchdringung digitaler Lösungen erheblich beschleunigen können. Für die EUDI-Wallet sollten daher frühzeitig alltagsnahe, verpflichtende und niedrigschwellige Anwendungsfälle geschaffen werden, etwa bei Leistungs- und Förderanträgen.

  • Der Zugang zur Wallet muss klar und leicht auffindbar sein

    Aus Sicht vieler Unternehmen ist noch nicht ausreichend beantwortet, wie Bürgerinnen und Bürger überhaupt zur Wallet finden. Besonders wichtig erscheinen einfache Registrierungs- und Rücksetzprozesse, etwa ein verständlicher Brief, mit dem sich eine vergessene PIN zurücksetzen lässt, sowie eine klare Kommunikation zu Einwilligungen und ein barrierearmer Zugang.

    Zentral ist außerdem die orchestrierte Einbindung der Bürgerämter, etwa schon bei der Ausgabe des Personalausweises. Damit die Wallet breite gesellschaftliche Akzeptanz erreicht, müssen Bürgernutzen, Alltagstauglichkeit, technische Stabilität und einfache Nutzung bei sämtlichen Kommunikationsmaßnahmen im Mittelpunkt stehen.

  • Deutschsprachige Dokumentation und einfachere Anleitungen sind nötig

    Die technische Dokumentation der Sandbox wird teilweise als schwer zugänglich wahrgenommen, besonders weil zentrale Entwickler-Guides nur auf Englisch vorliegen. Empfohlen werden daher deutschsprachige Dokumentationen, praxisnahe Schritt-für-Schritt-Anleitungen, standardisierte Beispielimplementierungen sowie vereinfachte Sandbox-Prozesse.

    Auch rechtliche und organisatorische Fragen sollten klarer erläutert werden, etwa die Anforderungen für Connector-Nutzer, Datenschutz- und Rollenmodelle sowie Einwilligungsprozesse.

  • Sicherheit, Stabilität und Zuständigkeiten langfristig klären

    Die Sicherheit digitaler Identitäten hat höchste Priorität, gleichzeitig darf eine zu komplexe Sicherheitsarchitektur nicht zulasten der Nutzbarkeit gehen. Offen bleibt, wie Sicherheitslücken künftig zentral adressiert werden und wer Verantwortung und Weiterentwicklung übernimmt, nachdem die SPRIND-Initiative abgeschlossen ist. Die Bundesagentur für Sprunginnovationen koordiniert die Entwicklung bislang, ihre Rolle nach Projektende ist aber noch nicht geklärt.

    Gerade für regulierte Branchen wie die Versicherungswirtschaft ist langfristige Planbarkeit entscheidend. Zudem gilt die derzeitige Sandbox als technisch noch nicht stabil genug. Unternehmen benötigen Klarheit darüber, wann eine produktionsnahe und stabile Umgebung für den Übergang von Pilotprojekten in den echten Betrieb zur Verfügung steht.

  • Politische Positionen zum eIDS-Ökosystem

    Die Versicherungswirtschaft begleitet die Entwicklung eines funktionierenden digitalen ID-Ökosystems in Europa bereits seit mehreren Jahren. Sie äußert sich dazu sowohl mit eigenen Positionspapieren als auch gemeinsam mit anderen Wirtschaftsverbänden.

     

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