Regu­lie­rung

Neue Berichts­pflich­ten: EIOPA sollte Sol­vency-II-Review nicht vor­grei­fen

Die europäische Versicherungsaufsicht EIOPA hat umfangreiche Änderungen für das Reporting der Versicherungsunternehmen vorgeschlagen. Der GDV lehnt den Vorstoß auch mit Verweis auf die laufende Überprüfung von Solvency II ab.

Insgesamt sind die Vorschläge der EIOPA äußerst umfangreich und an vielen Stellen ohne klaren Bezug zum  Aufsichtszweck. Leider wurde die Überarbeitung der Meldetemplates (sog. QRTs) zu Solvency II nicht dazu genutzt, das Berichtswesen zu verschlanken.

Überdies würde eine Änderung der technischen Vorgaben (ITS) zum gegenwärtigen Zeitpunkt der fachlichen Diskussion zum Review 2020 vorgreifen. Damit besteht die Gefahr, dass Unternehmen ihre IT-Systeme innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums mehrfach an neue Vorgaben anpassen müssten. Um diesen Aufwand zu vermeiden, sollten alle Änderungen im Rahmen des Solvency II Review vorgenommen werden.

Doppelte Berichterstattung vermeiden

Parallel zu den Änderungen der ITS und dem Solvency II Review stehen auch Änderungen in anderen Regelwerken wie beispielsweise IFRS 17, IFRS 9 sowie der Taxonomieverordnung an. Ein abgestimmtes Verfahren ist hier dringend geboten – auch um eine Dopplung der Berichtspflichten, insbesondere im Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung, zu vermeiden.

Zudem liefen einige Vorschläge der EIOPA auf eine unverhältnismäßige Belastung kleinerer Unternehmen hinaus. Daher lehnt der GDV die pauschale Einführung eines neuen, sehr detaillierten QRT für die Meldung von Cyber-Risiken ebenso ab wie ein QRT zur Ermittlung der Herkunft latenter Steuern.


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