Folge von Dürre und Hitze

Wie die Fol­gen von Wald­brän­den ver­si­chert sind

Zwei verheerende Brände haben über das Wochenende in Brandenburg rund 400 Hektar Wald vernichtet. Solche Schäden lassen sich absichern– was bislang nur wenige Waldbesitzer tun. Dabei nimmt die Gefahr von Waldbränden als Folge des Klimawandels zu.

Waldbrände schaffen es selten in die überregionalen Nachrichten, es sei denn, sie sind so verheerend wie jetzt in Brandenburg, wo zwei Feuer mehr als 400 Hektar verwüsteten. Dabei lodert es eigentlich regelmäßig irgendwo in Deutschland: 2020 gab es laut Umweltbundesamt hierzulande 1.360 Waldbrände. Die Zahl lag damit wie schon in den beiden Jahren zuvor über dem langjährigen Durchschnitt von 1.035 Waldbränden.

Der Anstieg geht einher mit einer Zunahme heißer und trockener Wetterperioden. „Deutschlandweit hat sich die Zahl der Hitzetage verdreifacht“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). So gab es zwischen 2011 und 2020 bundesweit im Schnitt 11,1 Hitzetage pro Jahr – drei Mal so viele wie in den 1950er-Jahren. „Die dynamische Zunahme der Hitzetage zeigt, dass der Klimawandel deutliche Spuren hinterlässt“, sagt Asmussen.

Für die Zukunft müssen wir uns wohl auf eine weitere Zunahme trockener und heißer Tage einstellen. Für die hiesigen Wälder – insbesondere die Nadelholz-Monokulturen – bedeutet das nichts Gutes: Die Böden trocknen weiter aus, ein Blitzeinschlag oder eine achtlos weggeworfene Zigarette – und schon stehen große Flächen in Flammen. Umso wichtiger wird der Versicherungsschutz, auf den bislang viele Waldbesitzer verzichten. Auch deshalb sind die versicherten Schäden mit rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr sehr überschaubar.  

Was leisten Waldbrandversicherungen?

Während öffentlicher Wald in der Regel nicht versichert ist, können Wald- und Forstbesitzer Feuer-, Blitz- und Explosionsrisiken mit einer Waldbrandversicherung abdecken. Immerhin: Knapp die Hälfte des deutschen Waldes ist in Privatbesitz. 29 Prozent gehören den Ländern, 19 Prozent den Städten und Kommunen und die übrigen vier Prozent dem Bund. Insgesamt besteht knapp ein Drittel der Landesfläche Deutschlands aus Wäldern, das sind rund 11,4 Millionen Hektar.

Versichert ist der Waldbestand, das bereits geschlagene Holz, ebenso wie Weihnachtsbaumkulturen. Ersetzt wird der durch Brand verursachte Sachschaden bis zur Höhe der vereinbaren Versicherungssumme. Aber auch der Löscheinsatz der Feuerwehr und Abräumkosten werden ersetzt.

Wer einen Waldbrand verursacht, sollte unbedingt eine private Haftpflichtversicherung haben. Die übernimmt – je nach Einzelfall – den Schaden. In der Haftpflicht ist lediglich vorsätzliches Handeln ausgeschlossen und somit nicht versichert, grobe Fahrlässigkeit ist hingegen inbegriffen.

Richtiges Verhalten, um Waldbrände zu vermeiden

Wenn es im Sommer sehr heiß und länger trocken war, steigt die Gefahr von Bränden.

  • Nicht rauchen im Wald und keine Zigaretten wegwerfen

  • Keine Glasflaschen im Wald liegen lassen

  • Mit dem Auto keine Waldwege befahren, denn durch die heißen Katalysatoren besteht Brandgefahr.

  • Wer zeltet, sollte sein Lagerfeuer möglichst nicht am Waldrand entzünden. Funken könnten aus der Glut springen und ein Feuer entfachen.

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