Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung

Warum der Ver­si­che­rungs­schutz für Heb­am­men teu­rer gewor­den ist

Die rund 16.000 freiberuflichen Hebammen sind über eine Berufshaftpflichtversicherung geschützt. In den vergangenen Jahren haben sich die Versicherungsbeiträge erhöht. Ursache dafür sind die gestiegenen Kosten für Geburtsschäden. Diese vier Faktoren haben zu der Kostensteigerung hauptsächlich beigetragen.

1. Höhere Kosten für Behandlung und Pflege

Es gibt nicht mehr Geburtsschäden als früher. Aber die Behandlung und Pflege nach schweren Komplikationen werden immer vielfältiger, andauernder und letztlich teurer. In der Geburtshilfe entstehen verhältnismäßig wenige, dafür aber große Schäden: Schäden mit über 100.000 Euro Leistungsumfang machen bei Hebammen rund 95 Prozent des gesamten Schadenvolumens aus.

2. Gestiegene Lebenserwartung durch medizinischen Fortschritt

Dank des medizinischen Fortschritts wächst die Lebenserwartung auch Schwerstgeschädigter. Pflege- und Therapiekosten fallen für einen deutlich längeren Zeitraum an: Bei schweren Geburtsschäden stiegen die Kosten für vermehrte Bedürfnisse zwischen 2003 und 2016 pro Jahr um 6 Prozent.

3. Höherer Erwerbsausfall des geschädigten Kindes

Auch Einkommen, das das geschädigte Kind nicht erzielen kann, wird vom Versicherer ausgeglichen: Die Kosten hierfür stiegen um rund 8 Prozent pro Jahr. Betrugen die Leistungen für den Erwerbsausfall bei schweren Geburtsschäden im Jahr 2003 nur rund 120.000 Euro, so sind diese bis 2016 auf über 330.000 Euro angewachsen. Sie haben sich somit nahezu verdreifacht.

4. Sozialversicherungsträger fordern häufiger Regresse

Einen erheblichen Anteil am Schadenaufwand haben die Regresse der Sozialversicherungsträger. Lässt sich der Geburtsschaden auf einen Fehler der Hebamme zurückführen, fordern beispielsweise Krankenversicherer die Heilbehandlungskosten von der Haftpflichtversicherung der Hebamme zurück. Sozialversicherungsträger regressieren immer häufiger: Bei Personengroßschäden, wie schweren Geburtsschäden, machen sie inzwischen über 30 Prozent des gesamten Schadenaufwandes aus.

Die Folge: Kosten für Geburtsschäden verteuerten sich um 6 Prozent im Jahr

Von 2003 bis 2016 haben sich die Kosten schwerer Geburtsschäden mehr als verdoppelt. Das bedeutet: Jedes Jahr verteuern sich schwere Geburtsschäden um rund 6 Prozent. Unterläuft bei einer Geburt ein Fehler und das Kind ist schwer geschädigt, leistet der Versicherer im Durchschnitt heute 3,2 Millionen Euro.


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