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Mobilität

Unfälle verhindern statt nur Schäden regulieren: 75 Jahre Unfallforschung im GDV

Versicherer zahlen, wenn ein Unfall passiert. Seit 75 Jahren arbeiten sie daran, dass es gar nicht erst so weit kommt. Dieses Jubiläum feierte der GDV am 5. November in Berlin unter dem Motto „Mobilität sicher gestalten.“

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© UDV / Hannes Schmidt

75 Jahre Unfallforschung der Versicherer im GDV: Leiterin Kirstin Zeidler und ihr Team bei der Jubiläumsveranstaltung in Berlin.

Versicherer zahlen, wenn ein Unfall passiert. Seit 75 Jahren arbeiten sie daran, dass es gar nicht erst so weit kommt. Dieses Jubiläum feierte der GDV am 5. November in Berlin unter dem Motto „Mobilität sicher gestalten.“ 

Die Anfänge reichen ins Jahr 1951 zurück. Damals gründeten die Autoversicherer eine Stelle für Schadenverhütung, in einer Zeit, in der Pferdefuhrwerke und Mopeds die Straßen teilten und Gurte, Kopfstützen und Airbags noch fehlten. Später kamen Institute in Köln hinzu. 1969 wurde die Arbeit in München um die Fahrzeugsicherheit erweitert. Anfang der 2000er Jahre bündelten die Versicherer ihre Forschung in Berlin, 2006 entstand die Unfallforschung der Versicherer im GDV. 

Der Ansatz ist bis heute derselbe: Fahrzeug, Straße und Mensch werden gemeinsam und auf Grundlage realer Unfälle betrachtet. In den vergangenen 20 Jahren hat die Unfallforschung der Versicherer fast 150 Forschungsprojekte und mehr als 50 Crashtests durchgeführt. Ihre Ergebnisse flossen in Standards ein – von Unfallkommissionen, die gefährliche Stellen entschärfen, über die digitale Unfallerfassung bis zu technischen Regeln für Kreisverkehre, Radwege und Zebrastreifen. 

Die Bilanz der Verkehrssicherheit insgesamt ist beachtlich: Um 1970 starben in Westdeutschland mehr als 21.000 Menschen im Straßenverkehr, 2025 waren es im ganzen Land 2.832, bei einem Vielfachen an Verkehr. Zuletzt stagniert die Entwicklung jedoch: 2025 gab es 62 Todesopfer mehr als im Vorjahr. Die Vision Zero bleibt das Ziel. 

Zum Jubiläum kamen Politik, Wissenschaft und Verkehrssicherheitsorganisationen zusammen. Nach der Eröffnung durch GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen diskutierten Kirsten Lühmann, Präsidentin der Deutschen Verkehrswacht, Manfred Wirsch, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates, Dr. Ingo Koßmann, Abteilungsleiter „Verhalten und Sicherheit im Verkehr“ bei der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen, und Jan Dirk Dallmer, Vorsitzender der GDV-Kommission Kraftfahrt Schadenverhütung und Vorstand KRAVAG Versicherungen.  

Dallmer räumte mit einem verbreiteten Vorurteil auf: „Die landläufige Meinung ist, dass Versicherer sich über Schäden freuen. Das stimmt definitiv nicht. Wir wollen jeden Schaden verhindern. Das sind wir der Gesellschaft schuldig, dem Kunden und auch uns als Versicherer.“ Kirstin Zeidler, Leiterin der Unfallforschung im GDV, sagte: „Eigentlich wissen wir alle, wie es geht und was man machen müsste – wenn wir denn nur könnten. Wir verstehen das als Auftrag weiterzumachen.“ 

Tarek Al-Wazir, Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag, früherer hessischer Verkehrsminister und stellvertretender Ministerpräsident, sah die Zahl der Verkehrstoten nach großen Erfolgen bei der Fahrzeugtechnik auf einem Plateau. Er plädierte dafür, das Verkehrssystem insgesamt so zu gestalten, dass menschliche Fehler nicht tödlich enden. 

Bei einer Publikumsabfrage nannten die Gäste das Verhalten der Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer als größten Hebel für mehr Verkehrssicherheit. Als Herausforderungen von morgen galten das Miteinander konventioneller Fahrzeuge bis zum autonomen Shuttle, eine älter werdende Gesellschaft und das sichere Verteilen des immer dichteren Verkehrs. 

Auch GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen ging in seiner Rede auf das autonome Fahren ein: „Das Gefühl, dass das Auto uns ans Ziel bringt, ohne dass wir die Hände am Lenkrad haben müssen, ist toll. Aber solange das Auto nicht wirklich autonom fährt, sind wir keine Passagiere. Wir bleiben verantwortlich.“ 

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