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Mobilität

Autonomes Fahren: So kommt die Innovation sicher auf die Straße

Autonomes Fahren wird die Mobilität grundlegend verändern und unsere Straßen sicherer machen. Damit aus Pilotprojekten breiter Regelbetrieb wird, braucht es klare Regeln, schlanke Genehmigungsverfahren und fairen Datenzugang. Darüber diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Technologie und Versicherungswirtschaft auf der Insure Mobility Conference des GDV in Berlin.

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© GDV / Christian Kruppa

Die rechtlichen Grundlagen hat Deutschland früh geschaffen. Pilotprojekte gibt es viele - auch in kleineren Städten. Jetzt kommt es darauf an, die Voraussetzungen zu schaffen, dass das Autonome Fahren sicher in der Breite zur Anwendung kommen kann.  

Bewährter Opferschutz auch beim autonomen Fahren

Für die Versicherungswirtschaft steht dabei der Schutz von Unfallopfern im Mittelpunkt. GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen betonte, dass auch autonome Fahrzeuge ein Fall für die Kfz-Haftpflichtversicherung sind. Das bewährte System der Halterhaftung soll bestehen bleiben: Die Kfz-Haftpflichtversicherer sind für Unfallopfer verlässliche Ansprechpartner. Gleichzeitig müssen Hersteller in der Verantwortung bleiben. Liegt ein Produktfehler vor, müssen Versicherer Regressansprüche geltend machen können.

Verlässliche Schadenregulierung braucht Datenzugang

Diese Position unterstützt auch die Politik. Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr bekräftigte, dass sich das bestehende Haftungssystem sehr bewährt hat. Zudem sprach er sich für einen diskriminierungsfreien Zugang zu Fahrzeugdaten aus – nicht nur für Versicherer, sondern unter anderem auch für Werkstätten, Prüforganisationen, Pannendienste und Gutachter. Gleichzeitig müssten Datenschutz, IT-Sicherheit und die Integrität der Fahrzeuge gewährleistet bleiben.

Für die Schadenregulierung sind Fahrzeugdaten unverzichtbar. Wenn Software die Fahraufgabe übernimmt, muss nach einem Unfall nachvollziehbar sein, welche Funktionen aktiv waren, wie das System die Verkehrssituation bewertet hat und ob technische Fehler vorlagen.

Erklärbare KI macht autonomes Fahren versicherbar

Wie weit die Technologie bereits ist, zeigte Roy Uhlmann, Mitgründer und CEO des Berliner Unternehmens Motor AI. Dessen Software soll autonome Fahrzeuge befähigen, nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen und eigene Unsicherheiten zu erkennen. In heiklen Verkehrssituationen sammelt das System zusätzliche Informationen, bis es aus der unbekannten Situation eine bekannte Situation gemacht hat.  

Die Nachvollziehbarkeit der Fahrentscheidungen ist nach Uhlmanns Einschätzung eine wesentliche Voraussetzung, um Risiken bewerten und autonome Fahrzeuge versichern zu können. Versicherbarkeit wiederum ist entscheidend für die Finanzierbarkeit und damit für den Regelbetrieb.

Schnellere Genehmigungen für den breiten Markteinsatz

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit den Bundestagsabgeordneten Johannes Geisler (CDU/CSU) und Sebastian Roloff (SPD) sowie HUK-COBURG-Vorstandssprecher Klaus-Jürgen Heitmann standen regulatorische Hürden im Mittelpunkt. Das Ziel sei es, den Übergang von einzelnen Modellprojekten zu einem breiteren Markteinsatz zu beschleunigen, ohne die Verkehrssicherheit zu vernachlässigen. Dafür müssen Genehmigungsprozesse vereinfacht und beschleunigt werden.  

Ein Beispiel für bestehende Hürden sind länderübergreifende Fahrten: Soll ein autonomes Fahrzeug von Berlin zum Flughafen nach Brandenburg fahren, braucht es derzeit Genehmigungen aus beiden Bundesländern. Das schreckt Anbieter ab. Die Diskutanten sprachen sich deshalb für einfachere Verfahren und möglichst europaweit harmonisierte Regeln aus. Ziel ist es, Innovationen schneller auf die Straße zu bringen und das Autonome Fahren in Deutschland zu skalieren. 

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