„Auswirkungen des Iran-Krieges auf Inflation und Wachstum derzeit nicht abzuschätzen“
Zum Beschluss des EZB-Rates, die Leitzinsen bei 2,0 Prozent zu belassen, erklärt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen:
„Trotz der zuletzt deutlich gestiegenen Energiepreise ist es richtig, dass die EZB die Leitzinsen unverändert lässt. Die Dauer des Kriegs im Nahen Osten und damit die Auswirkungen auf Inflation und Wachstum sind derzeit nicht abzuschätzen.
Sollte der Preisschub anhalten, stehen die Zentralbanken vor einem klassischen Zielkonflikt. Gegen Angebotsschocks ist Geldpolitik ein stumpfes Schwert. Zugleich kann die EZB nicht zulassen, dass sich höhere Energie- und Nahrungsmittelpreise in den Inflationserwartungen verfestigen. Die Erfahrungen von 2022 haben gezeigt, wie schwierig ein solcher Vertrauensverlust werden kann.
Im Vergleich zur US-Notenbank ist die EZB aber in einer günstigeren Ausgangslage. Die Inflation im Euroraum lag zuletzt leicht unter dem Preisstabilitätsziel, während sie in den USA weiterhin erhöht ist. Das verschafft der EZB Zeit, aber mehr auch nicht.“