14.07.2020
Altersvorsorge & Rente

Berichte um Lebens­ver­si­che­run­gen: Was Kun­den jetzt tun soll­ten

Die Bild-Zeitung zitiert eine fragwürdige Untersuchung und verunsichert damit unnötig zahlreiche Lebensversicherungskunden. Verbraucher sollten ihre Altersvorsorge deshalb nicht vorschnell über den Haufen werfen – aus eigenem finanziellen Interesse.

Deutschland hat mehr Lebensversicherungen als Einwohner. Den Klassiker der Altersvorsorge gibt es zum Beispiel in Form von Kapitallebensversicherungen, Betriebsrenten zählen dazu oder auch Riester-Policen. Millionen von Verbrauchern vertrauen auf die Stabilität ihrer Altersvorsorge und der Lebensversicherer - und das völlig zurecht. Berichte der Bild-Zeitung zur finanziellen Situation der Lebensversicherer kratzen aktuell an diesem Vertrauen und verunsichern Verbraucher - und das zu unrecht. Dazu müssen Verbraucher jetzt folgendes wissen:


Fragwürdige Untersuchung, falsche Interpretationen

Der Berichterstattung in den Medien liegt eine Untersuchung des Bundes der Versicherten (BdV) zugrunde, die insgesamt nicht überzeugend ist. Die ausgewerteten Berichte der Lebensversicherer richten sich an Fachleute. Sie wurden vom BdV teilweise falsch interpretiert (>> mehr dazu auf GDV.de). Fakt ist:


  • Alle Lebensversicherer haben ausreichende Eigenmittel und Sicherheitspuffer im gesetzlich geforderten Umfang.
  • Im Mittel stellen sie das Doppelte oder Dreifache der gesetzlich geforderten Eigenmittel bereit.
  • Trotz des Drucks der Niedrigzinsen können sämtliche Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Versicherten erfüllt werden.
  • Lebensversicherungen sind nach wie vor geeignet für die Altersvorsorge und bieten lebenslange Sicherheit.


Kündigen ist die schlechteste Lösung

Wesentlich für den Erfolg der eigenen Altersvorsorge sind eine langfristige Planung beim Kapitalaufbau. Schließlich gilt es, eine Einkommensquelle für einen ganzen Lebensabschnitt aufzubauen. Wer sich nun durch die Medienberichte verunsichert fühlt, sollte einen kühlen Kopf bewahren. Denn prinzipiell gilt: Die Kündigung einer Lebensversicherung ist die schlechteste Lösung. Denn sie bringt meist finanzielle Nachteile mit sich. Mit einer Kündigung gehen alle Ansprüche, bei Riester-Verträgen auch Zulagen und Steuervorteile verloren.



Durchhaltevermögen wird belohnt

Altersvorsorge ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Durchhaltevermögen zahlt sich langfristig aus, etwa in Form einer höheren Rente. Wer zu früh aufgibt und zum Beispiel vorzeitig bestehende Lebensversicherungsverträge kündigt, bringt sich zudem selbst um die Schlussüberschüsse.


Vorsorgestrategie wechseln geht ins Geld

Heute Immobilien, morgen Lebensversicherungen, übermorgen Aktien: Wer zu oft seine Vorsorgestrategie ändert, muss mit finanziellen Einbußen rechnen. Denn bei einem Anbieterwechsel entstehen Kosten. Deshalb sollten Verbraucher eine Strategie entwickeln, die einerseits zu ihnen passt und ihnen andererseits genügend Flexibilität für unerwartete Situationen lässt. Sich dabei professionell beraten zu lassen, ist nur sinnvoll.


Aktien als Allheilmittel? Lieber nicht!

Wer bei der Altersvorsorge vor allem auf Aktien setzt, muss eins wissen: Eine hohe Rendite geht auch immer mit einem höheren Risiko für Sparer einher. Im schlimmsten Fall ist kurz vor Renteneintritt das angesparte Vermögen futsch, etwa durch einen Börsencrash. Sparer sollten deshalb entweder Risiken streuen oder auf sichere, verlässliche Vorsorgemöglichkeiten setzen. Zudem haben die Lebensversicherer in den letzten Jahren auch Anteile von Aktien und alternativen Kapitalanlagen gesteigert.