Poli­ti­sche Posi­tio­nen 2019

Refor­men in der Lebens­ver­si­che­rung wir­ken las­sen

Die Lebensversicherer haben sich auf die niedrigen Zinsen eingestellt: Sie machen ihren Kunden neue Angebote und haben umfangreiche Rücklagen gebildet. Die Reform der Zinszusatzreserve hat neue Handlungsspielräume geschaffen. Diesen möchten wir im Sinne unserer Kunden nutzen.

Die Änderung des Berechnungsverfahrens für die Zinszusatzreserve (ZZR) hat die Risikotragfähigkeit der Lebensversicherer deutlich gestärkt. Der Aufbau der Reserve ist nunmehr weitgehend aus den laufenden Kapitalerträgen zu finanzieren, eine Auflösung anderer Risikopuffer, insbesondere der Bewertungsreserven, wird so vermieden. Die Kunden profitieren von einer gleichmäßigeren Überschussbeteiligung. Darüber hinaus ist  die Ankündigung der Bundesregierung zu begrüßen, noch in diesem Jahr Anreize für die Eigentümer zu schaffen, die Zinszusatzreserve mitzufinanzieren. Wenn sich Eigentümer mit einer freiwilligen Einlage aus eigenen Mitteln an der Finanzierung der Zinszusatzreserve  beteiligen, sollten sie diese Einlage zurückerhalten können, wenn  diese letztendlich nicht zur Finanzierung der Zinsgarantien benötigt wurde. Würde dieses Vorhaben in geeigneter Weise umgesetzt, würde die Risikotragfähigkeit der Unternehmen zusätzlich gestärkt.


Auch das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) hat seine Berechtigung als stabilisierendes Element in der Niedrigzinsphase unter Beweis gestellt. Das Reformpaket hat die Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreserven neu geregelt, die Abschlusskosten für die Kunden begrenzt (sog. Höchstzillmersatz) und mit einer höheren Beteiligung der Kunden an den Risikoerträgen der Unternehmen insgesamt für eine faire Lastenverteilung zwischen Versicherern, Vermittlern und Versicherten gesorgt. Diese faire Lastenverteilung muss handlungsleitend auch bei der anstehenden Weiterentwicklung des LVRG sein.


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