Ihr Neupreis lag unter 1000 Dollar – heute ist sie mehr als 15 Millionen wert: die Rolex Daytona, die einst Paul Newman trug. Die Armbanduhr, die den Hollywoodstar vor Unfällen bewahren sollte, dürfte inzwischen selbst gut gegen Unglücke versichert sein. Sie war Liebesbeweis, Mahnung und Talisman zugleich: die Armbanduhr, die Hollywoodlegende Paul Newman 1972 von seiner Frau geschenkt bekam, der Schauspielerin Joanne Woodward. Mit ihrem Stahlgehäuse, dem schlichten Zifferblatt unter Plexiglas und einem Preis von knapp 1000 Dollar war sie zwar keine echte Luxusuhr. Für Newman, der mit Filmen wie „Die Katze auf dem heißen Blechdach“, „Zwei Banditen“ und „Die Farbe des Geldes“ Weltruhm erlangte, dürfte sie trotzdem von unschätzbarem Wert gewesen sein. Schließlich hatte Woodward auf der Rückseite eine Gravur speziell für ihn anbringen lassen: „Drive Carefully Me“.

Nicht erst seit den gemeinsamen Dreharbeiten zum Motorsportdrama „Winning“ (deutscher Titel: „Indianapolis – Wagnis auf Leben und Tod“) war Newman ein begeisterter Rennfahrer. Einmal war er bereits schwer mit einem Motorrad gestürzt. Nur zu verständlich, dass Woodward ihrem Mann einen Glücksbringer mit auf den Weg gab.

Plötzlich verschwindet die Uhr von Newmans Handgelenk – bis zum Jahr 2017

Auf ungezählten Fotos aus den Siebziger- und Achtzigerjahren sieht man Newman mit der Daytona. Um das Jahr 1984 herum verschwand die Rolex allerdings von seinem Handgelenk. Erst mehr als 30 Jahre später erfuhr die Öffentlichkeit, dass der Schauspieler sie einem gewissen James Cox geschenkt hatte. Der war damals mit Nell Potts zusammen, der Tochter von Newman und Woodward. Während eines gemeinsamen Urlaubs auf dem Familiensitz in Connecticut überreichte Newman Cox die Uhr – angeblich, nachdem dieser ein Baumhaus auf dem Anwesen repariert hatte. In anderen Geschichte heißt es, er habe die Uhr seinem Schwiegersohn in spe geschenkt, weil der keine besaß, als Newman ihn nach der Zeit fragte.


Wie dem auch sei, 2017 jedenfalls landete die Uhr beim New Yorker Auktionshaus Phillips. Weil sie durch die vielen ikonischen Fotos von Newman quasi mythisch aufgeladen war, wurde schon im Vorfeld darüber spekuliert, dass sie einen Millionenpreis erzielen könnte.

Bis zur Auktion gilt eine Patek Philippe als teuerste Uhr der Welt

Die 15,5 Millionen Dollar, für die sie letztlich an einen unbekannten Käufer ging, waren dann aber doch eine Überraschung. Die Uhr war damit die teuerste der Welt – den Chronographen Referenz 1518 aus dem Hause Patek Philippe, bis dahin mit elf Millionen Euro das Nonplusultra, verdrängte sie auf Rang zwei.

Vielleicht ist es ja tatsächlich der Daytona zu verdanken, dass Newman in seiner Rennfahrerphase keine gravierenden Unfälle erlitt. Das ist zumindest ein schöne Vorstellung, denn in diesem Licht erschiene auch der Auktionspreis nicht zu hoch. Die Summe dürfte in etwa dem Versicherungswert  der Uhr entsprechen: Üblicherweise wird dafür der Kaufpreis zugrunde gelegt, erklärten Rolex und mehrere Uhrensammler auf Anfrage.

Text: York Schaefer





Auch inter­essant