Positionen-Magazin
Brief aus Brüs­sel

Im Rekord­tempo zur „Mond­lan­dung“

Die EU setzt sich beim Klimaschutz ehrgeizige Ziele: Bis 2030 soll der Ausstoß von Treibhausgasen um 55 Prozent gesenkt werden, bis 2050 Klimaneutralität erreicht sein – ein wahrer „Mondlandungsmoment“.

„Bis Ende 2022 werden wir mehr als 50 neue Verordnungen auf den Weg gebracht haben“, sagte Pascal Canfin, Vorsitzender des Umweltausschusses im EU-Parlament, auf einer virtuellen Podiumsdiskussion des GDV. Die Finanzwirtschaft spielt eine gewichtige Rolle beim Erreichen der Klimaziele und begrüßt klare Vorgaben für nachhaltiges Wirtschaften. „Unser Geschäftsmodell beruht nicht auf Kurzfristigkeit“, so GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Während an der Taxonomie und den Transparenzpflichten bereits seit einiger Zeit gearbeitet wird, gibt es zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen jetzt einen Legislativvorschlag der EU-Kommission.

Künftig können professionelle Anleger leichter erkennen, wie nachhaltig ein Unternehmen wirtschaftet, in das sie investieren wollen. Proportionalitätsaspekte sollten dabei bei aller Begeisterung aber nicht vernachlässigt werden. Anfang Juli will die Kommission ihre überarbeitete Strategie zu nachhaltigen Finanzen vorstellen und konkretisieren, wie privates Geld zur Finanzierung des Wandels mobilisiert werden kann. Erwartet wird unter anderem ein Standard für grüne Anleihen, eine der bedeutendsten Anlageklassen für  Versicherungen und auf dem Weg zu nachhaltiger Kapitalanlage der Versicherer eine absolute Notwendigkeit. Auch begrüßt die Branche die Pläne, die Finanzinformationen in einer Datenbank (Electronic Single Access Point, ESAP) einfach und transparent zugänglich zu machen. Ein freier Zugang zu maschinenlesbaren Daten sollte hier unbedingt gewährleistet werden.

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