Das Schleuderschutzprogramm ESP ist inzwischen Standard in fast allen Autos. Die Versicherer haben mit dafür gesorgt.

Dinosaurier können zäh sein. Auch die auf vier Rädern. Vor 25 Jahren baute Mercedes in sein Spitzenmodell S-Klasse erstmals ein elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) ein – ein Sicherheitssystem, das eingreift, wenn das Fahrzeug bei plötzlichen Ausweichmanövern ins Schleudern zu geraten droht. 

Seither fordern Unfallforscher, grundsätzlich alle Autos mit ESP auszustatten: Schließlich gehört es neben Gurt und Airbag zu den drei wichtigsten Lebensrettern. Weithin bekannt wurde der elektronische Helfer 1997: Damals kippte die Mercedes A-Klasse beim Elchtest schwedischer Prüfer um (Foto). Die A-Klasse und der Smart erhielten daraufhin als erste Kleinwagen den Schleuderschutz serienmäßig. Seit 2011 ist dies Pflicht für alle Neuwagen in der EU.

Dennoch waren viele Gebrauchte noch lange ohne ESP unterwegs – automobile Saurier sozusagen. Um das schnell zu ändern, habe man auch „um die Ecke denken müssen“, sagt Siegfried Brockmann von der Unfallforschung der Versicherer (UDV): etwa mit der elektronischen Gebrauchtwagenliste der UDV. Dort können Autokäufer seit 2006 nachschlagen, in welchen Modellen ESP verbaut ist und in welchen nicht – mit entsprechenden Folgen für den Wiederverkaufswert. Heute sind nur noch wenige Pkw ohne Schleuderschutz unterwegs. Knapp eine halbe Million Unfälle mit Verletzten habe das System EU-weit verhindert, rechnet der Zulieferer Bosch vor, mindestens 15.000 Menschen rettete es vor dem Tod.

Text: Thomas Wendel

Auch inter­essant