Alters­vor­sorge

Refor­mie­ren statt schlecht­re­den

20 Jahre nach Einführung der Riester-Rente ziehen die Versicherer eine positive Bilanz. „Mit mehr als 16 Millionen abgeschlossenen Verträgen ist Riester die weltweit erfolgreichste freiwillige, staatlich geförderte Altersvorsorge“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Gleichwohl sieht er Änderungsbedarf: „Erstens ist mit einem Höchstrechnungszins von künftig 0,25 Prozent ein Kapitalaufbau mit 100-prozentig garantiertem Beitragserhalt kaum möglich. Zweitens könnte Riester noch viel mehr Menschen erreichen, wenn wir die Förderung auf alle Bevölkerungsgruppen ausweiten und das komplizierte Zulagensystem vereinfachen.“ Die Absenkung des Höchstrechungszinses zu Jahresbeginn 2022 bedeutet für die Rieser-Rente und andere Altersvorsorgeprodukte mit voller Beitragsgarantie aufgrund der anhaltend niedrigen Kapitalmarktzinsen das faktische Aus. 

Bereits 2019 hatte die Versicherer einen Reformplan vorgelegt, der unter anderem ein kostengünstiges Riester-Standardprodukt vorsieht. „Beim Vertrieb eines solchen Standardprodukts ist an ein Nebeneinander gedacht“, so Asmussen. „Es soll sowohl der rein digitale Zugang zum Produkt ebenso wie der Zugang zu einer persönlichen Beratung und Betreuung im Sinne einer ganzheitlichen Altersvorsorge möglich sein. Damit  entscheidet der Kundenwunsch, was nachgefragt wird, und die Versicherungsunternehmen, was sie anbieten. Eine gewünschte dynamische Verbreitung setzt voraus, dass die Politik die Voraussetzungen für ein einfaches und kostengünstiges Riester-Standardprodukt schafft, unter anderem durch eine deutliche Vereinfachung der Förderung und durch eine Absenkung der Beitragsgarantie.“

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