Stellungnahmen
Stel­lung­nahme

Ver­si­che­rungs­wirt­schaft begrüßt Ände­rungs­vor­schlag für Zins­zu­satz­re­serve

Die deutsche Versicherungswirtschaft begrüßt den Vorschlag des Bundesfinanzministeriums für eine Änderung der Berechnung der Zinszusatzreserve (ZZR) ausdrücklich. Im Ergebnis führt die veränderte Methodik zu einem besser an Zinsentwicklung und Finanzierungsbedarf abgestimmten Reserveaufbau und -abbau. Versicherte profitieren von einer gleichmäßigeren Überschussbeteiligung.

Mit der Zinszusatzreserve (ZZR) wurde 2011 ein wirksames Instrument eingeführt, um für die aufkommende Niedrigzinsphase einen zusätzlichen Puffer zur langfristigen Finanzierung der garantierten Leistungen der Versicherten aufzubauen. Insgesamt waren in der ZZR Ende 2017 rund 60 Milliarden Euro reserviert. Ohne eine Änderung würde sich der Aufbau der ZZR in den nächsten Jahren bei gleichbleibendem Zinsniveau unnötig beschleunigen. Sie würde sich bis 2023 auf 135 Milliarden Euro mehr als verdoppeln, um anschließend rasch wieder aufgelöst zu werden.

Sicherheitspolster bleibt erhalten

Durch diese Buckelbildung entstünden unnötige Aufwände zur Finanzierung der Garantien mit der Folge einer unausgewogenen Belastung unterschiedlicher Versichertengenerationen. Mit der vorgeschlagenen Einführung eines Zinskorridors wird der weitere Aufbau sowie der ab 2024 erwartete Abbau der ZZR besser auf die Kapitalerträge und den Finanzierungsbedarf für die garantierten Leistungen der Versicherten abgestimmt. Das bisher aufgebaute Sicherheitspolster bleibt erhalten bzw. wird moderat ausgebaut. In einem unveränderten Zinsumfeld würde die ZZR mit der neuen Methodik bis 2024 auf etwa 80 Milliarden Euro anwachsen. Die Versicherer müssten dann in etwa eine Verzinsung von 1,25 % zur Finanzierung aller Garantien erzielen.

 

Die vorgeschlagene Anpassung sollte schnellstmöglich umgesetzt werden, um Rechts- und Planungssicherheit für 2018 herzustellen. 

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