Stellungnahmen
Pau­schal­rei­sen

Ver­si­che­rer befür­wor­ten neues Sys­tem zur Insol­venz­ab­si­che­rung

Als Reaktion auf die Thomas-Cook-Pleite will die Bundesregierung den Insolvenzschutz bei Pauschalreisen verbessern. Das im Eckpunktepapier vorgesehene Modell wird von den Versicherern im Kern befürwortet. Einige Änderungswünsche haben sie dennoch.

Das Bundeskabinett hat am 10. Juni 2020 Eckpunkte einer neuen Insolvenzabsicherung für Pauschalreisen beschlossen. Die Absicherung sämtlicher Risiken aus der Insolvenz eines Reiseveranstalters soll künftig über einen Fonds erfolgen, der sich aus Beiträgen der Reiseveranstalter finanziert. Die Mitgliedschaft im Fonds soll von einer „bonitätsabhängigen Sicherheitsleistung“ (z.B. Versicherung) abhängig gemacht werden. Die Versicherer befürworten das neue Absicherungssystem und empfehlen, dieses schon zum 1. November 2020 einzuführen. Die Höhe der Sicherheitsleistung der Reiseveranstalter sollte aber einheitlich als Prozentsatz des Umsatzes festgelegt werden.

Im Insolvenzfall eines Reiseveranstalters sollen die Kosten wie folgt gedeckt werden:
Stufe 1: Verwertung der bonitätsabhängigen Sicherheit (z.B. Versicherung)
Stufe 2: Finanzierung aus dem Fondskapitalstock
Stufe 3: Finanzierung aus einer Rückdeckungsversicherung und / oder Kreditzusagen für Schäden, die nicht aus dem Fondsvermögen gedeckt werden.

Position der Versicherer

  • Die Versicherer unterstützen das Ziel, die Anzahlungen der Reisenden für den Fall einer Insolvenz künftig in voller Höhe abzusichern und befürworten den stufenförmigen Aufbau der Insolvenzabsicherung. Er stellt sicher, dass Versicherungen auch künftig eine wichtige Rolle bei der Insolvenzabsicherung zukommt.
  • Um unnötigen bürokratischen Aufwand zu vermeiden, sollte die Höhe der Sicherheit in Stufe 1 aber nicht bonitätsabhängig sein, sondern einen einheitlich Prozentsatz vom absicherungspflichtigen Pauschalreiseumsatz jedes Reiseveranstalters betragen. 
  • Zur Begrenzung des Risikos sollte zudem gesetzlich geregelt werden, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Reiseveranstalter Vorauszahlungen verlangen dürfen.
  • Um für alle Beteiligten schnell Rechtssicherheit zu schaffen, halten wir es für dringend erforderlich, das neue System zum 1. November 2020 einzuführen und eine Haftungsübernahme des Fonds spätestens zum 1. Mai 2021 vorzusehen.


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