Stellungnahmen
Steu­er­po­li­tik

Kir­chen­steu­er­ab­zug nicht wei­ter ver­kom­pli­zie­ren

Das Verfahren bei der Erhebung von Kirchensteuer bei Kapitalerträgen sollte nicht weiter verkompliziert werden. Anlass ist eine Änderung, die im Zweiten Familienentlastungsgesetz vorgesehen ist.

Verträge, die sich im Betriebsvermögen einer natürlichen Person befinden, sollen danach nicht mehr dem automatisierten elektronischen Kirchensteuerverfahren bei Kapitalerträgen unterliegen. Der Verband weist darauf hin, dass sich durch diese Änderung für die Versicherungswirtschaft ein hoher Umstellungs- und laufender Aufwand ergibt, da Versicherungsunternehmen in ihren Bestandssystemen bisher keine Information dazu vorhalten, ob es sich um „private“ oder „betriebliche“ Verträge handelt. 

Für Versicherungsunternehmen sollte es deshalb bei der Möglichkeit verbleiben, das Kirchensteuerverfahren auch für Versicherungsverträge anzuwenden, die sich im Betriebsvermögen eines Kunden befinden. Hilfsweise müsste den Versicherungsunternehmen aber zumindest eine ausreichend lange Übergangsfrist zur Verfahrensumstellung gewährt werden. Auch müssten weitere sich in diesem Zusammenhang ergebende Fragen geklärt werden. 

Den Gesetzentwurf hatte Ende Juli die Bundesregierung beschlossen. Kern des Gesetzentwurfes ist eine Erhöhung des Grundfreibetrags und der Tarifeckpunkte bei der Einkommensteuer ab 2021 und 2022. Die Stellungnahme erfolgte anlässlich einer Anhörung, die der Finanzausschuss des Deutschen Bundestages am 28. September 2020 zu dem Gesetzentwurf durchführen will.


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