Stellungnahmen
Inves­ti­tio­nen in Infra­struk­tur

Kein deut­scher Allein­gang bei Regu­lie­rung von Kre­dit­fonds

Mit der am 7. März 2015 in Kraft getretenen Anlagevorordnung (AnlV) für Versicherer wurden versicherungsaufsichtsrechtliche Erleichterungen geschaffen, die gerade kleinen und mittleren Versicherungsunternehmen ermöglichen, über Fondslösungen in Infrastruktur zu investieren. Diese Erleichterungen sollten nicht nachträglich durch das geplante OGAW-V-Umsetzungsgesetz (OGAW – Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren) eingeschränkt werden. Dies fordert der GDV in seiner aktuellen Stellungnahme.

Es ist erklärter politischer Wille, die in die Jahre gekommene Infrastruktur in Deutschland zu modernisieren. Dafür soll auch verstärkt mit institutionellen Investoren zur Finanzierung der Vorhaben zusammen gearbeitet werden. Die deutschen Versicherer verfügen über Kapitalanlagen in Höhe von rund 1.450 Milliarden Euro und stehen für Investitionen in Infrastruktur bereit. Gerade für kleine und mittelgroße Versicherer bietet sich die Möglichkeit der Investition in Infrastruktur über offene Spezial-Alternative-Investmentfonds (Spezial-AIF) an.

Möglichkeiten der Kapitalanlage werden beschnitten

Mit dem aktuellen OGAW-V-Umsetzungsgesetz wird jedoch die Festlegung konkreter Anlagegrenzen verfolgt, welche die bestehenden Möglichkeiten der Unternehmen zur Kapitalanlage stark beschneiden würden. Denn es soll eine Grenze der erlaubten Investitionen von allgemeinen offenen und offenen Spezial-AIF mit festen Anlagebedingungen in Höhe von maximal 50 Prozent in unverbriefte Darlehensforderungen eingeführt werden. Dies würde bedeuten, dass den Spezial-AIF mindestens 50 Prozent andere Kapitalanlagen beizumischen wären.

Institutionelle Investoren, die eine fokussierte Anlagepolitik verfolgen, könnten über solche Spezial-AIF nicht mehr ausschließlich in eine Assetklasse investieren. Die Eignung entsprechender Kreditfonds für die Kapitalanlage der Versicherer würde sich damit erheblich verringern. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass institutionelle Anleger, die in diesem Segment weiterhin in offene Spezial-AIF investieren wollen, dies dann ggfs. in europäischen Ländern wie zum Beispiel Luxemburg tun, in denen keine Anlagebeschränkung vorliegt.

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