Stellungnahmen
Nach­hal­tig­keit

ESA-Vor­schlag zu Trans­pa­renz­ver­ord­nung mit Män­geln

Die europäischen Finanzaufsichtsbehörden (ESA) haben einen Rundschreiben (RTS) zur Anwendung der Transparenzverordnung zur Konsultation gestellt. Der GDV hält die Vorschläge nur für bedingt zielführend.

Der Verband unterstützt das Ziel der Europäischen Kommission, die Wirtschaft nachhaltiger zu gestalten. Er erkennt auch die wichtige Rolle an, die die Finanzindustrie bei dieser Transformation spielen kann. Bei der Umsetzung dieses Ziels hilft der Entwurf der RTS jedoch nur bedingt.

Fehlende zeitliche Abstimmung

Die Zeitpunkte für das Inkrafttreten der Transparenzverordnung und der sie konkretisierenden RTS sind nicht aufeinander abgestimmt. Erst nach der Anwendung der Transparenzverordnung treten die Ausführungsbestimmungen in Kraft. Dies führt zu Rechtsunsicherheit sowohl auf Seiten der Anwender als auch der Nutzer der Informationen.

Mangelnde Datenverfügbarkeit

Wesentliche Teile der Daten, die von Finanzmarktteilnehmern offenzulegen sind, sind aktuell nicht vorhanden und werden dies auch auf absehbare Zeit nicht sein. Wichtig ist daher, die verfügbare Datenbasis schnellstmöglich zu erweitern. Investitionsobjekte sollten die Daten in ein europaweites zentrales Register einliefern, aus dem die offenlegungspflichtigen Finanzmarktteilnehmer die benötigten Daten dann abrufen können. Die Kapitalanlage der Versicherer erfolgt aber international. Daher ist auch eine zügige Internationalisierung anzustreben, um Datenlücken zu füllen. Der von den ESAs vorgeschlagene best-effort-Ansatz hilft aus Sicht des Verbandes nicht weiter, da Unternehmen dann eigene Annahmen treffen müssen, die den Ergebnissen der Offenlegung die Vergleichbarkeit nehmen würde. Letzteres ist aber ein ausdrückliches Ziel der Transparenzverordnung.

Zu hoher Detaillierungsgrad

Den Anlegern sollen 32+2 Indikatoren offengelegt werden. Dies führt nach dem Vorschlag der ESAs zu 51 Einzeldaten zu Umwelt-,Sozial- und Governance-Indikatoren. Aus Sicht des Verbands führt dies zu einer Informationsüberflutung beim Anleger. Es besteht die Gefahr, dass die Akzeptanz für nachhaltige Anlagen schwindet. Vorgeschlagen wird daher, dass sich die Offenlegung auf wenige, dafür aber aussagekräftige und allgemeinverständliche Indikatoren fokussiert.

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