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Digi­ta­li­sie­rung

E-Pati­en­ten­akte: Gesam­tes Poten­zial nut­zen

Das geplante Patientendaten-Schutz-Gesetz legt den Grundstein für einen einfachen und sicheren Zugang der Bürger zu ihren Gesundheitsdaten. Die deutschen Versicherer unterstützen diesen Ansatz, da er den Bürgern in Bezug auf ihre Gesundheit selbstbestimmtes Agieren ermöglicht. Jedoch bleiben manche Chancen derzeit noch ungenutzt.

Bei vielen Versicherungsprodukten benötigen Bürger ihre Gesundheitsdaten. Sie sind für die Gesundheitsprüfung bei Vertragsabschluss ebenso erforderlich wie für den Nachweis eines eingetretenen Leistungs- oder Haftpflichtfalls. Derzeit erheben Versicherer die notwendigen Gesundheitsangaben oft durch Gesundheitsfragebögen, die vom Kunden auszufüllen sind. Die Kommunikation und der Datenaustausch erfolgen dabei in den meisten Fällen noch per Post. Aus Sicht der Versicherungsbranche gibt es hier erhebliches Verbesserungspotenzial, um die Erhebung der Gesundheitsdaten für beide Seiten sicherer, schneller, kostengünstiger und einfacher zu gestalten. 

Das Patientendaten-Schutz-Gesetz schafft wesentliche Voraussetzungen, um dafür an das Potenzial der elektronischen Patientenakte anzuknüpfen. Ganz wesentlich sind dabei die vorgesehenen Regelungen, nach denen Bürger selbst entscheiden können, wem sie ihre Gesundheitsdaten anvertrauen - und das ganz feingranular: Welche Daten sollen wem für welchen Zeitraum zur Verfügung gestellt werden? Allerdings gibt es Beschränkungen dafür, wem Bürger Zugriff auf ihre elektronische Patientenakte gewähren können. Somit können die Bürger doch nicht gänzlich frei über ihre Gesundheitsdaten verfügen.

Aus Sicht der deutschen Versicherer sollten Bürger das Recht erhalten, Daten aus ihrer elektronischen Patientenakte auch mit Versicherungsunternehmen zu teilen bzw. Zugriff auf diese Daten zu gewähren. Dies könnte vielen Bürgern den Abschluss von Versicherungen oder die Beantragung von Leistungen aus einer Versicherung erleichtern.


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