Stellungnahmen
Steu­er­recht

Behand­lung von Pra­xis­fra­gen bei der Ein­la­ge­lö­sung im Kör­per­schaft­steu­er­recht

In einer körperschaftsteuerlichen Organschaft kann es zu sog. Mehrabführungen und Minderabführungen kommen. Diese entstehen durch Abweichungen zwischen dem Steuerbilanzgewinn der Organgesellschaft und dem Betrag der tatsächlichen Gewinnabführung. Minderabführungen werden nach der Einlagelösung steuerlich als Einlagen in die Organgesellschaft und Mehrabführungen als Einlagenrückgewähr behandelt.

Das Bundesfinanzministerium hat am 14. April 2022 den Entwurf eines BMF-Schreibens zu dieser Thematik vorgelegt. Der Entwurf befasst sich mit den Änderungen der Behandlung von Minder- und Mehrabführungen durch das Körperschaftsteuermodernisierungsgesetz. Mit der Neufassung des § 14 Abs. 4 KStG wurde die bisherige Bildung von aktiven und passiven Ausgleichsposten durch die ab 2022 für alle Fälle von Minder- und Mehrabführungen geltende Einlagelösung ersetzt.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat gemeinsam mit weiteren Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft am 13. Mai 2022 hierzu Stellung genommen. Die Verbände begrüßen, dass viele Praxisfragen geklärt werden sollen. Dies geschieht aber bisweilen ohne Rückhalt im Gesetzeswortlaut. Aus Sicht der Versicherungsbranche wird Regelungsbedarf bei Anteilen von Kranken- und Lebensversicherungsunternehmen hinsichtlich der gewollten steuerbilanziellen Effekte der Einlagelösung gesehen.

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