Kolumne
Kolumne Kul­tur­schüt­zer

Wie Ver­si­che­rer Kunst bewah­ren

Jedes Kunstwerk ist einzigartig, jede Zerstörung ein unwiederbringlicher Verlust. Kunst- und Filmversicherer schützen Kulturgüter – und sorgen dafür, dass sie überhaupt öffentlich zu sehen sind. Dafür braucht es viel Wissen und noch mehr Leidenschaft. Zur anlaufenden Berlinale werfen wir ein Blick auf die andere Seite der Leinwand, aber auch in Galerien und Museen.

Mein Name ist Bond. Completion Bond.

Die Berlinale läuft wieder an – der Completion Bond mag dort nicht die Hauptrolle eines britischen Agenten ergattert haben, spielt aber sicher eine interessante Nebenrolle. Kinofilme zu drehen, kostet Millionen. Was tun also, wenn während der Produktion das Geld ausgeht? Dann hilft der Completion Bond und sorgt mit Kapital und Expertise von Versicherern dafür, dass der Streifen pünktlich ins Kino kommt. Teuer und relativ häufig sind vor allem Verzögerungen durch die Krankheit oder Unfälle der Darsteller. Einen Drehtag nachzuholen kann schnell 80.000 Euro oder mehr kosten.

Ein schwerer Verlust für Urheber und Besitzer – aber auch für die Gesellschaft

Blicken wir über die Berlinale und den Film hinaus, fassen wir den Kulturbegriff weiter: Wenn Kunst kaputtgeht, berührt das die Menschen. Schließlich ist jedes Kunstwerk ein Unikat, einzigartig. Wird es beschädigt, ist es unwiederbringlich dahin, zumindest entstellt. Ein schwerer Verlust für Urheber und Besitzer – aber auch für die Gesellschaft. Es gibt legendäre Geschichten von beschädigten Exponaten: Manchmal sind es Reinigungskräfte oder Hausmeister, die Kunstwerke nicht als solche erkennen und sie einfach wegputzen – wie Joseph Beuys’ Fettecke in der Düsseldorfer Kunstakademie oder Martin Kippenbergers Schmutzpatina in einer Gummiwanne im Dortmunder Ostwall-Museum.

Kunst ohne Öffentlichkeit ist keine Kunst. Die Titelgeschichte unseres aktuellen Verbandsmagazins „Positionen“ bringt dies auf den Punkt: „Um Menschen zu berühren und zu bereichern, muss sie sichtbar sein, muss sie stehen, liegen, hängen, überm Sofa, im Rathaus oder im Museum. Und sie muss reisen, damit auch Menschen an anderen Orten ihr begegnen können. Doch je präsenter und mobiler die Werke werden, desto größer ist die Gefahr, beschmutzt, beschädigt oder ruiniert zu werden. Diese Risiken kleinzuhalten, reparable Schäden gut und schnell zu beheben und Kunstbesitzer bei umfassenden Schutzkonzepten fachkundig zu beraten, das ist das Geschäft der Kunstversicherer.“

Das ist eine kleine, hoch spezialisierte Sparte unserer Branche, ohne die der laufenden Kunstbetrieb, wie wir ihn kennen, gar nicht möglich wäre. Man kann wohl sagen: Ohne Versicherer wäre der Kunst- und Kulturbetrieb sehr viel ärmer.

Kunstversicherer helfen nicht nur  im Schadenfall, sie kümmern sich auch darum, Schäden bereits im Vorfeld zu vermeiden. Damit machen sie den Markt widerstandsfähiger, verschaffen der Szene mehr Sicherheit und helfen auch in der Kunst, mit Risiken vernünftig umzugehen.

Tristan ist der einzige original erhaltene Tyrannosaurus Rex in Europa – und  versichert

Ist die Transportverpackung geeignet? Ist die Sicherheitsanlage ausreichend? Für solche Fragen sind Spezialisten nötig. Das Know-how, Werke unterwegs zu schützen, haben die Anbieter traditionell im Haus; bei den meisten ist die Kunstversicherung noch heute ein Zweig der Transportversicherung.

Zusätzlich engagiert werden Kunsthistoriker, Silberschmiede, Auktionatoren,  ehemalige Galeristen, allesamt gut vernetzt mit Restauratoren und Künstlern. Die Experten stehen Kunden zur Seite, wo immer ein Schaden entsteht: im Haus des Besitzers, im Depot, unterwegs auf dem Lkw oder in einer Ausstellung.

So etwa auch im Berliner Naturkundemuseum – Star der Ausstellung ist seit rund drei Jahren nun schon der T-Rex Tristan – gerade wurde bekannt, dass der Saurier den Besuchern nun länger erhalten bleibt als geplant. Tristans Knochen sind die einzigen original erhaltenen in Europa – und Trsitan ist natürlich versichert.

Ihr

Jörg von Fürstenwerth

 

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