Kolumne
Kolumne Kfz-Ver­si­che­rung

Unfälle nach Wet­ter und Wochen­tag: Erkennt­nisse der GDV-Sta­tis­tik

Sind Sie auch zurück aus der Sommer-Pause? Aber was heißt Pause? Der Sommer hat zuletzt alles andere als Pause gemacht. Hier in Berlin soll das Thermometer Ende der Woche schon wieder steigen - nicht nur ein Fall für die Wetter-Statistik.

Die Kfz-Statistiker unseres Verbandes haben Daten des Deutschen Wetterdienstes tagesgenau mit dem Schadengeschehen auf unseren Straßen angereichert.  Herausgekommen sind manchmal weniger, manchmal sehr überraschende Ergebnisse. Klar – Nässe lässt die Unfallgefahr bei jeder Temperatur steigen. Am gefährlichsten ist Nässe aber, wenn sie bei Kälte zu glatten Straßen führt: Diese Kombination lässt die Unfallzahlen gegenüber einem durchschnittlichen Tag um knapp 20 Prozent steigen.

Je wärmer es ist, desto mehr Menschen sind auf den Straßen unterwegs

Aber hätten Sie gedacht, dass Hitze im Straßenverkehr im gleichen Umfang zu höheren Schäden führt wie Nässe? Ab 25 Grad Celsius liegen die Unfallzahlen 16 Prozent über dem Durchschnitt; bei Nässe und derselben Temperatur liegen die Unfallzahlen 17 Prozent über dem Schnitt. Je wärmer es ist, desto mehr Menschen sind auf den Straßen unterwegs, die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls steigt. Hinzu kommt natürlich der Effekt, dass die Leute durch die Hitze unkonzentrierter sind.

Je kälter es wird, desto geringer ist auch die Unfallhäufigkeit, bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt ist die Unfallgefahr am geringsten - solange es trocken bleibt, sind auch tiefere Temperaturen für Autofahrer also kein Problem.

Das sind natürlich nur kleine Mosaiksteine eines Gesamtbildes, mit dessen Hilfe Versicherer Risiken berechnen und verstehen wollen. Zu den traditionellen Teilen des Gesamtbildes gehören die Regional- und Typklassen-Statistiken, die der Verband  regelmäßig im Herbst publiziert. Die Regionalklassen  spiegeln die Schadenbilanzen in den mehr als 400 Zulassungsbezirken. Die Typklassen bilden die Schadenbilanzen von mittlerweile fast 30.000 verschiedenen Automodellen ab, die in Deutschland unterwegs sind. Beide Statistiken stoßen in jedem Jahr auf großes Interesse  – auch wenn die GDV-Veröffentlichungen natürlich unverbindlich sind und jeder Versicherer individuell entscheidet, ob er die Statistiken nutzt. Denn der Beitrag für eine Kfz-Haftpflichtversicherung wird durch eine ganze Reihe von Merkmalen bestimmt. Einige – nicht alle – dieser Merkmale werden von der GDV-Statistik erfasst, wie zum Beispiel das Alter und die Schadenfreiheitsklassen der Fahrer und die Jahresfahrleitung der Autos. Solche und weitere Angaben der Versicherten machen es möglich, das jeweilige Risiko jedes Kunden sehr genau und gerecht einzuschätzen.

Ein Vorgeschmack auf den Kfz-Fachtag des GDV am 19. September in Berlin

Die neue Statistik liefert übrigens nicht nur Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen Schäden und dem Wetter, sondern zeigt auch genau auf, an welchen Wochentagen und in welchen Monaten sich bestimmte Schäden häufen. Details dazu wird es beim Kfz-Fachtag des GDV am 19. September in Berlin geben – aber einen kleinen Vorgeschmack liefere ich Ihnen gern schon heute:

  • Auch Autodiebe haben ihren Arbeitsrhythmus und machen sich mit Vorliebe von Montag bis Freitag ans Werk – in der letzten Dezemberwoche hingegen machen auch sie gerne mal Pause.
  • Raketen und Böller führen dann aber jedes Jahr zu Silvester zu mehreren hundert Autobränden. Am letzten und am ersten Tag des Jahres brennen im Schnitt bundesweit jeweils über 500 Autos, an den restlichen 363 Tagen im Schnitt nur 40.
  • Ab Oktober steigt die Gefahr von Sachschäden bis zum Jahresende an. Nach Weihnachten bricht diese Entwicklung jäh ab – trotz des Winters kommt es bis Ende März zu vergleichsweise wenigen Sachschäden, auch Verletzte sind in dieser Zeit am seltensten zu beklagen.

Fahren Sie vorsichtig!

Ihr

Jörg von Fürstenwerth

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