Kolumne
Kolumne Welt­wirt­schafts­fo­rum Davos

Pro­tek­tio­nis­mus, Cyber­si­cher­heit, Natur­ka­ta­stro­phen – Gefah­ren für die glo­bale Wirt­schaft

Seit Montag tagen internationale Top-Manager und Politiker wieder in den Schweizer Alpen. Auch Versicherer geben sich auf dem World Economic Forum in Davos ein Stelldichein – kein Wunder.

Risiken sind heute meist verkettet und machen an Ländergrenzen kaum noch halt. Wir Versicherer sind wie alle anderen Branchen davon betroffen. Mehr noch: All das betrifft früher oder später nicht weniger als unser Kerngeschäft.

Ein Blick in den Global Risk Report, den das World Economic Forum (WEF) und sein Gründer Klaus Schwab jährlich veröffentlichen, unterstreicht dies deutlich. „Rückfall in Nationalismus, geopolitische Krisen und Spannungen in den Handelsbeziehungen: Der Risikobericht des Weltwirtschaftsforums zeichnet ein düsteres Bild vom Zustand der Weltwirtschaft“, kommentiert „tagesschau.de“.

Die Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten oder der Brexit lassen grüßen. Damit nicht genug: Eine der größten Bedrohungen ist laut dem Bericht Datenbetrug, -raub sowie Cyberattacken.

Während sich Konzerne absichern, agieren kleinere Firmen oft zu sorglos. Die GDV-Initiative „CyberSicher“ sensibilisiert deshalb für Gefahren aus dem Cyberspace und zeigt, wie sich kleine und mittlere Unternehmen schützen können. Das Geschäftsfeld Cyber-Sicherheit ist für Versicherer vielversprechend sowie herausfordernd. Auch wenn der Markt noch jung ist: Cyber-Risiken sind schon heute versicherbar – die Branche vertritt dazu sieben Positionen.

Wetterextreme, Versagen beim Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel

Das größte Risiko für die Weltwirtschaft geht laut WEF aber vom Klimawandel aus. Erstmals werden Umweltprobleme als die drei drängendsten Herausforderungen genannt. Konkret sind dies Wetterextreme, Versagen beim Klimaschutz und bei der Anpassung an den Klimawandel sowie Naturkatastrophen. „Von allen Risiken ist es bei der Umwelt am offensichtlichsten, dass die Welt in eine Katastrophe schlafwandelt“, heißt es in der Studie.

Auch hier klärt der GDV auf – mit der Initiative „Stadt.Land.unter“, die zeigt, wie sich Mieter und Immobilienbesitzer schützen können: Hochwasser, Starkregen und heftige Unwetter, jedes Jahr bekommen die Menschen die Wucht der Natur zu spüren. Werden wir uns mehr und mehr an solche Wetterextreme gewöhnen müssen? Der aktuelle Naturgefahrenreport unseres Verbandes weist in diese Richtung. Beunruhigende Aussichten – nicht nur für Versicherer.

Die gute Nachricht ist: Versicherungsschutz ist möglich. Gut 95 Prozent der Hausbesitzer sind gegen Sturm- und Hagelschäden versichert. Allerdings: Einen Rund-um-Schutz fürs Haus haben jedoch lediglich 41 Prozent, nur sie sind auch gegen weitere Naturgefahren wie Starkregen und Hochwasser abgesichert. Diesen Schutz gibt es als Zusatzbaustein zur bestehenden Wohngebäude- oder Hausratversicherung.


Bürgerinnen und Bürger in Deutschland und Frankreich teilen gemeinsame Werte

Und der drohende Brexit? Es habe nie einen dringenderen Bedarf gegeben für einen kollaborativen und gemeinsamen Ansatz für die globalen Probleme, schreibt WEF-Präsident Børge Brende im Vorwort des Global Risk Reports. Dem stimme ich zu – und auch deshalb lassen Sie mich bei allen Risiken mit einer positiven Nachricht enden: Mit dem Vertrag von Aachen wurde gerade 56 Jahre nach Unterzeichnung des Élysée-Vertrages die partnerschaftliche Zusammenarbeit in der Europapolitik vertieft und weitere Schritte für eine politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Integration der Länder Frankreich und Deutschland unternommen. Der französische Verband der Versicherungsunternehmen FFA und der GDV begrüßen diese Initiative der Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik.

Beide Länder sind in der Folge des Élysée-Vertrages vielfältig miteinander verflochten. Die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland und Frankreich teilen gemeinsame Werte und setzen sich gemeinsam ein für das europäische Projekt des Friedens und der Prosperität. Die deutsch-französische Zusammenarbeit hat sich als Motor und Stabilitätsanker der europäischen Politik bewährt. Ihr kommt gerade vor dem Hintergrund der Ungewissheit über den künftigen Weg Großbritanniens entscheidende Bedeutung für die Gestaltung der Zukunft Europas zu.

Der FFA und der GDV unterstützen die Ziele, einen auf gemeinsamen Regeln basierenden deutsch-französischen Wirtschaftsraum zu schaffen und die bilaterale Rechtsharmonisierung zu fördern. Die Integration der Volkswirtschaften begünstigt das Zusammenwachsen der Versicherungsmärkte und befördert sachgerechte Entscheidungen auch auf europäischer Ebene.

Ihr

Jörg von Fürstenwerth

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