Kolumne
Kolumne Ver­brau­cher­po­li­ti­scher Aus­blick

Pas­sende Ver­brau­cher­rechte für die digi­tale Welt

Auch für die Versicherungsbranche gilt: Das ausbalancierte Verhältnis zwischen dem Schutz der Persönlichkeitsrechte und der Nutzung von Daten durch Unternehmen muss die Maxime sein. Über das „Wie“ möchten wir ins Gespräch kommen – auf unserem Verbraucherpolitischen Ausblick am 18. März in Berlin.

Ein Lob des Verbraucherschutzes freut uns: Gerade erst machte eine Studie Schlagzeilen. „Mehr Durchblick bei Lebensversicherungen“ konstatierten viele Blätter. Es geht um die überarbeiteten Standmitteilungen unserer Branche, die Kunden jährlich einen Überblick über ihre Altersvorsorge verschaffen. „Es gibt deutliche Verbesserungen“, wird Sandra Klug vom Marktwächter-Team Versicherungen bei der Verbraucherzentrale Hamburg, zitiert. Die Informationen seien übersichtlicher und für Verbraucher leichter herauszufiltern.

Konzentration auf das aus Kundensicht Wesentliche

Na also: Unsere Mühen waren nicht vergeblich. Um die Standmitteilungen so verständlich wie möglich zu machen, wurden vor rund drei Jahren die unverbindlichen Empfehlungen unseres Verbandes sprachwissenschaftlich geprüft. Auf Fachbegriffe sollten Unternehmen möglichst verzichten oder diese in einem separaten Abschnitt kurz und verständlich erläutern. Zudem zielt die Verbandsempfehlung auf eine Konzentration auf das aus Kundensicht Wesentliche in der Standmitteilung ab.

Nur: Was ist das für den Kunden Wesentliche? Prozesse wie diese können nicht ohne gesellschaftspolitischen Dialog ablaufen. Auf europäischer Ebene wird dieser Dialog naturgemäß komplexer. Gut zwei Monate vor den Wahlen zum Europäischen Parlament diskutieren wir deshalb am 18. März auf unserer Veranstaltung Verbraucherpolitischer Ausblick 2019 das Thema „Deutschland – Europa: Verbraucherpolitische Spannungsfelder“. Ich freue mich sehr auf das Eingangsstatetment der Staatssekretärin im Ministerium für Verbraucherschutz in Rheinland-Pfalz, Christiane Rohleder, und die Diskussion mit unseren weiteren Gästen.

Den Herausforderungen an digitalen Verbraucherschutz hat der Gesetzgeber mit der Umsetzung der EU-Datenschutz-Grundverordnung in einem wesentlichen Bereich Rechnung getragen. Weitere Handlungsfelder definiert die Bundesregierung im Bereich der Anwendung Künstlicher Intelligenz und algorithmenbasierter Entscheidungen. Auch Versicherer nutzen neue Technologien, um mit innovativen Produkten und Dienstleistungen ihre Kunden zu überzeugen. Das Ziel: Verbesserte Schadenprävention, sinkende Preise durch effizientere Prozesse und zielgenaue Risikobewertung. Damit sowohl Verbraucher als auch Unternehmen die Vorteile der Digitalisierung nutzen können, ist das Vertrauen in den verantwortungsvollen Umgang mit personenbezogenen Daten dabei unabdingbar.

Voraussetzung für dieses Vertrauen ist ein klares Regelwerk, das Verbraucher vor Datenmissbrauch schützt, ohne dabei Produktinnovationen zu verhindern. Die Europäische Union und Deutschland setzen hier weltweit Maßstäbe bei der Anpassung der Verbraucherrechte an die digitale Welt. Das ausbalancierte Verhältnis zwischen dem berechtigten Schutz der Persönlichkeitsrechte und der Nutzung von Daten durch Unternehmen sollte dabei auch in Zukunft die Maxime sein.

Ihr

 

Jörg von Fürstenwerth

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