Kolumne
Kolumne Refor­men der Alters­vor­sorge

Mehr Ver­ant­wor­tung für nach­wach­sende Gene­ra­tio­nen über­neh­men - heute!

Die prosperierende Konjunktur und Beschäftigung stärken öffentliche Haushalte und soziale Sicherungssysteme. Dies lässt die demografischen Herausforderungen in den Hintergrund rücken, obwohl wir sie dringender angehen müssen denn je.

Die gute konjunkturelle Lage und die hohe Beschäftigung lassen derzeit die öffentlichen Haushalte und mit ihnen die sozialen Sicherungssysteme gut dastehen. Allerdings trügt dies über die tatsächlichen Herausforderungen. Unverändert werden demografische Lasten einseitig auf die junge Generation verlagert – in der gesetzlichen Rentenversicherung genauso wie in der Kranken- und Pflegeversicherung.

Und was lesen wir heute?

  • Stiftung fordert Abschaffung der privaten Krankenkassen.“ Dabei trifft nur die PKV eine Vorsorge für die im Alter steigenden Gesundheitsausgaben und ist damit generationengerecht, von vielen anderen Argumenten gegen diese Bertelsmann-Studie ganz zu schweigen.
  • Mit Blick auf die Arbeit der Renten-Kommission schreibt die FAZ:  „Nun droht einer wichtigen Arbeitsgruppe, die Vorschläge für einen verlässlichen Generationenvertrag erarbeiten sollte, das Scheitern.“ Hoffen wir das Beste und auf einen Durchbruch.

Ich meine: Wir müssen mehr Verantwortung für die nachwachsenden Generationen übernehmen und uns ehrlich machen: Dafür ist eine leistungsfähige Altersvorsorge fundamental. Wenn wir länger leben, müssen wir länger arbeiten und generationengerechter vorsorgen. Nur so lässt sich die Funktionsfähigkeit unserer Sicherungssysteme auch in Zukunft gewährleisten. Zur nachhaltigen Gestaltung von Politik und Gesellschaft gehört eine gerechte Lastenverteilung zwischen den Generationen. Unsere Positionen zum Thema demografischer Wandel haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Wir Versicherer sind überzeugt: Das Drei-Säulen-System der deutschen Altersvorsorge wird künftig ohne mehr Eigenvorsorge nicht mehr  funktionieren. Deshalb brauchen wir dringend eine tief greifende Reform der geförderten privaten Altersvorsorge. Sie muss einfacher und effektiver werden, wir müssen Kosten und Komplexität reduzieren, damit wir die geförderte Altersvorsorge stärker in die Breite tragen können. Unser Fünf-Punkte-Plan, den wir gemeinsam mit den anderen Anbieter-Verbänden entwickelt haben, gibt darauf die richtige Antwort. Dieser umfasst einen tief greifenden Bürokratieabbau, einen verständlicheren und unmittelbar attraktiven neuen Förderansatz und ein Konzept für kostengünstige Standardprodukte mit geringerem Beratungsbedarf. Sehr wichtig ist dabei auch die Lockerung der Bruttobeitragsgarantie, um die Anlagespielräume in den Produkten zu erhöhen.

Eile ist geboten, denn es gibt in dieser Legislaturperiode nur noch ein begrenztes Zeitfenster für diese Reform: Noch in dieser Woche werden wir mit anderen Verbänden die Weiterentwicklung der privaten Altersvorsorge im Bundesministerium der Finanzen diskutieren.

Es kann nicht sein, dass ein Schiedsrichter einfach die Regeln ändert und sich gleich selbst einwechselt

Wenn sie richtig eingesetzt wird, ist mehr Kapitaldeckung Teil der Lösung. Dabei muss die Mischung aus Sicherheit und Rendite stimmen. Allein auf das Aktiensparen zu setzen, wäre vor dem Hintergrund konjunktureller und weltwirtschaftlicher Risiken leichtsinnig – umso mehr, wenn auch noch die politischen Risiken eines Staatsfonds hinzukommen. Staatsfonds bergen erhebliche Risiken politischer Einflussnahme und Zweckentfremdung. Der Aufbau eines staatlichen Trägers geht, wie Großbritannien zeigt, nur mit jahrzehntelangen staatlichen Hilfszahlungen und ist unseres Erachtens wettbewerbsrechtlich nicht ohne Risiken.

In der Alterssicherung ist die Aufgabenteilung eigentlich klar definiert: hier die staatliche Versorgung, dort betriebliche und private Ergänzungssysteme, staatlich reguliert und überwacht. Auch deshalb kann es nicht sein, dass ein Schiedsrichter, wenn er mit dem Spielverlauf hadert, einfach die Spielregeln ändert und sich dann gleich selbst einwechselt.

Ihr

Zur Startseite
Auch inter­essant