Kolumne
Kolumne IT-Fach­kräf­teman­gel

Ein rich­ti­ger Schritt: Das Fach­kräf­te­ein­wan­de­rungs­ge­setz

Die Versicherungswirtschaft steht, wie alle Branchen, vor einer Mammutaufgabe. Es geht um die Bewältigung der digitalen Transformation. Die gelingt nur mit qualifizierten Fachkräften. Zuwanderung ist zwar kein Allheilmittel, aber ohne Alternative.

Die mit der Digitalisierung verbundenen Herausforderungen sind vielfältig. Sie reichen von der Ablösung von Altsystemen, der Einführung agiler Arbeitsmethoden, Pilotprojekten mit Künstlicher Intelligenz oder Blockchain bis hin zum Sprung in die Cloud.

Nicht einfacher wird das Management dieses Wandels durch ein weitreichendes Problem: IT-Fachkräfte sind Mangelware. Der Arbeitsmarkt ist geradezu leer gefegt, weil faktisch alle Branchen gleichermaßen von der Digitalisierung betroffen sind und mithin händeringend nach Spezialistinnen und Spezialisten suchen, um in der digitalen Welt bestehen zu können. Die Versicherungsbranche macht hier keine Ausnahme.

  

Zuwanderung ist zwar kein Allheilmittel, sie kann der Überalterung der Belegschaften und dem Fachkräftemangel aber entgegenwirken. Wir Versicherer begrüßen daher das ab März geltende Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das den rechtlichen Rahmen für die Einwanderung qualifizierter Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern nach Deutschland erweitert: Ein richtiger Schritt für gute Rahmenbedingungen, damit die Wirtschaft ihren Fachkräftebedarf gegebenenfalls auch einfacher im Ausland decken kann.

Die Zuwanderung von Fachkräften bringt Herausforderungen mit sich – sowohl für die Gesellschaft, als auch für die Unternehmen. Alle sind gefordert, sich einzubringen und mitzuwirken im gesellschaftlichen Dialog: für ein gutes Miteinander, für gesellschaftspolitische Lösungen zu einer guten Integration und zum Spracherwerb. Und dort, wo Unternehmen sich entscheiden, ausländische Fachkräfte aufzunehmen, sicherlich auch durch Anpassungen in der eigenen Unternehmenskultur.

Das Problem sollte allerdings schon viel früher im Fokus stehen und gelöst werden: Die Verantwortung für die Vermittlung grundlegender Kompetenzen trägt zu allererst der Staat über das Schulsystem. Digitales Know how lässt sich zwar in jedem Alter lernen, einfacher geht es jedoch in frühen Jahren in den Schulen. Darauf zu vertrauen, dass Jugendliche mit dem Handy aufwachsen und so automatisch digitale Kompetenz erlangen, reicht für die Arbeits- und Berufswelt nicht aus. Wie das Schreiben und Rechnen sollten digitale Kompetenzen im Bildungskanon der Schulen stärker und fest verankert sein.

2018 lagen die IT-Kosten der Branche höher als in allen Vorjahren

Die Versicherungswirtschaft geht die Digitalisierung engagiert an: Das zeigt auch die aktuelle IT-Erhebung unseres Verbandes. 2018 lagen die IT-Kosten der Branche demnach bei 4,65 Milliarden Euro – und damit höher als in allen Vorjahren.

Also: Machen Sie Karriere in der Versicherung! Warum gerade Versicherung? Digitalisierung, Demografie, Klimawandel, Niedrigzins, Verbraucherschutz: Die Branche und ihre Jobs wandeln sich schneller als jemals zuvor – und ist dabei derselbe verlässliche Arbeitgeber wie eh und je.

Ihr

Jörg von Fürstenwerth

Zur Startseite
Auch inter­essant